ILLUSTRATION Eine Frau sitzt am Schreibtisch und stützt den Kopf mit den Händen ab
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- Müssen wir wirklich arbeiten?

Arbeit macht krank, schadet den menschlichen Beziehungen und der Umwelt - das sagt der Aktivist und Dozent Tobi Rosswog. Arbeitnehmer sollten sinnvoll tätig sein, statt sinnlos zu schuften. In seinem Buch "After Work" zeigt Rosswog Wege aus der Lohnarbeit auf: Vom Jobsharing über das geldfreie Tätigsein im Kollektiv bis hin zum bedingungslosen Grundeinkommen. Wirtschaftsreporterin Anja Dobrodinsky hat mit Tobi Rosswog über die Tücken der Arbeit und Strategien zu ihrer Vermeidung gesprochen.

Erstes Geld verdiente er mit 12 durch einen schwunghaften Handel mit Computerprogrammen. Und dabei ist es seiner Ansicht nach geblieben: "Wir machen das tagtäglich so - wir müssen uns verwerten, also im Grunde ausbeuten." Immer wieder sei danach der Wunsch nach selbstbestimmter Tätigkeit entstanden. "Das würde ich gar nicht mehr Arbeit nennen."

Warum er gegen Arbeit ist? "Alleine schon, dass wir unsere Lebenszeit verkaufen und dann alles machen müssen, was uns erzählt wird - doch dahinter kann sich vieles verstecken, etwa die Produktion von Rüstungsgütern." In Umfragen äußern sich die meisten Menschen unzufrieden mit ihrer Arbeit - und arbeitsbedingter Stress zählt zu den häufigsten Krankheitsursachen des 21. Jahrhunderts.

Die Sinnlosigkeit von Arbeit - aus seiner Sicht - macht er fest am Beispiel der Lebensmittelproduktion: Täglich landet ein Drittel der weltweit produzierten Menge von Nahrungsmitteln auf dem Müll, sind also umsonst produziert worden. "Das heißt, ein Drittel der Menschen, die weltweit Nahrungsmittel herstellen, könnten sinnvollere Tätigkeiten ausüben."

In seinem Buch "After Work" zeigt Rosswog Wege aus der Lohnarbeit auf: Vom Jobsharing über das geldfreie Tätigsein im Kollektiv bis hin zum bedingungslosen Grundeinkommen.

Infos zum Buch

After Work

Taschenbuch: 144 Seiten, Preis: 15 Euro (Kindle: 11,99 Euro)
Verlag: oekom verlag (1. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch

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