Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV)
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- Hans-Georg Maaßen: Warnung vor hybriden Bedrohungen

Hybride Bedrohungen - das sind Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, wie einen Stromversorger, oder auch Desinformationskampagnen, um Wahlen zu beeinflussen. Der Verfassungschutz warnt ausdrücklich vor diesen Bedrohungen aus dem Cyberraum. Wer will was damit erreichen? ARD-Sicherheitsexperte Michael Götschenberg hat darüber mit Hans-Georg Maaßen gesprochen, er ist Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Hybride Bedrohungen sind in diesem Jahr Thema beim Symposium des Verfassungsschutzes, das den Dialog mit der Wissenschaft und der Forschung intensivieren soll - anders als noch in den letzten drei Jahren, als jeweils islamistischer Terror im Mittelpunkt stand.

Auch der IS, bzw. IS-nahe Hacker haben Deutschland laut Maaßen schon mehrfach als Ziel gewählt. Dabei habe es sich aber bisher nicht um besorgniserregenden Attacken gehandelt, wie es beispielsweise die Sabotage von Kraftwerken oder Fernsehkanälen gewesen wären. Attacken dieses Ausmaßes seien vom Verfassungsschutz bisher nicht festgestellt worden.

Ein bekannter Fall ist der Hacker-Angriff auf ein Kraftwerk in der Ukraine vor rund drei Jahren. In Zusammenhang mit dieser Tat sei auch ein Angriff auf deutsche Infrastruktur abgewehrt worden - sehr wahrscheinlich vom selben Hacker mit derselben Software. Wasserwerke oder Stromkraftwerke können sich laut Maaßen kaum oder nur schwierig auf solche Attacken vorbereiten. Der Verfassungsschutz befinde sich deshalb im Austausch mit allen Betreibern, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen.

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