Dr. Thilo Bode
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- Thilo Bode: Kampf für gutes Essen

Vergammelt, vergiftet, falsch etikettiert: Lebensmittelskandale erschüttern unsere Essgewohnheiten in unschöner Regelmäßigkeit. Die entscheidenden Akteure, wenn es darum geht, was auf unseren Tisch kommt, sitzen in Brüssel. Dort kämpfen nicht nur Nahrungsmittel-Lobbyisten sondern auch Verbraucherschützer wie Foodwatch um die Regeln auf dem Lebensmittelmarkt, wenn auch nicht auf Augenhöhe. Mit dem Gründer von Foodwatch, Thilo Bode, hat Inforadio-Korrespondent Samuel Jackisch gesprochen: über den ungleichen Kampf mit Konzernen, und warum Leute wie er trotzdem weiterkämpfen.

"Der Lebensmittelbereich ist - zusammen mit der Landwirtschaft - der einzige Bereich in der Wirtschaft, wo die Gesetze zu hundert Prozent in Brüssel gemacht werden", sagt Bode.  Ein deutscher Verbraucher oder ein französischer Bauer aber könne sich gar nicht vorstellen, dass seine Regierung da nichts mehr zu sagen habe.

Diese Wahrheit werde auch von den nationalen Politikern verschleiert. Das sei ein beliebtes Spiel: "Die tun so, als ob sie noch irgendwas entscheiden könnten, wenn sie etwas Gutes davon haben. Wenn es aber schlecht läuft, sagen sie: Es ist die EU." Deshalb müsse man als Foodwatch eben auch in Brüssel präsent sein, erklärt Bode.

David gegen Goliath?

Tilo Bode ist sich bewusst, dass es sich bei Auseinandersetzungen mit der Nahrungsmittelindustrie um keinen Kampf auf Augenhöhe handelt. "Wir sind nicht mal "David", wir sind Zwerge", klagt Bode: "Das einzige, was wir haben: die Öffentlichkeit auf unserer Seite. Wir haben nicht das Geld, nicht die Mittel, nicht die Anwälte, nicht die Think Tanks, nicht die Stiftungen, und auch nicht die persönlichen Beziehungen, die hier die politischen Entscheidungen beeinflussen. Das ist ein Riesenproblem für uns", so der Gründer von Foodwatch.

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