Trainer Stelian Moculescu gibt den BR Volleys Anweisungen (Bild: imago/Sebastian Wells)
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- Volleys-Trainer Moculescu: Aus dem Ruhestand in die Playoffs

Die Profis der Berlin Recycling Volleys stecken gerade sehr erfolgreich mitten in den Playoffs. Am Sonntag gewannen sie gegen Lüneburg und stehen damit im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Sie treffen am kommenden Samstag (18:30 Uhr) zu Hause auf die United Volleys Rhein Main. Für den Erfolg maßgeblich mitverantwortlich ist der neue Trainer der BR Volleys: Stelian Moculescu wurde für seinen Job aus dem Ruhestand geholt. Inforadio-Sportreporter Stefan Frase hat ihn getroffen.

Den Berlin Recycling Volleys ist ein Trainercoup gelungen: Mit Stelian Moculescu verpflichtete der Hauptstadtklub Mitte Februar einen zwar kauzigen, aber höchst erfolgreichen Coach. Und für ihn hieß es dann: Von der Sonnenliege auf Gran Canaria zurück auf die Trainerbank. 

Stelian Moculescu beendete seinen Ruhestand und heuerte bei den Berlin Recycling Volley an. Deutschlands erfolgreichster Volleyballtrainer flog aus dem Urlaub nach Berlin, um Nachfolger des entlassenen Luke Reynolds zu werden.  

"Konnte nicht nein sagen"

"Ich habe in den anderthalb Jahren seit meinem Abschied beim VfB Friedrichshafen viele Angebote aus dem Ausland erhalten, diese jedoch alle ausgeschlagen. Jetzt hat Berlin mich gerufen, und nach dem besonderen Abschied, der mir hier nach der Finalserie 2016
bereitet wurde, konnte ich nicht nein sagen", wurde Moculescu in einer Pressemitteilung zitiert: "Mich reizt diese Herausforderung ungemein."

Die BR Volleys kassierten in den ersten 21 Saisonspielen acht Niederlagen, zudem war eine sportliche Weiterentwicklung unter Reynolds kaum erkennbar. "Der Trainer konnte dem Team leider keine neuen Impulse geben", sagte Klubmanager Kaweh Niroomand: "Es war ein
mutiger Schritt, einem jungen Coach wie Luke Reynolds eine Chance zu geben. Er hat auch ohne Zweifel sein Bestes gegeben. Um unsere Saisonziele in Meisterschaft und Champions League zu wahren, mussten wir dennoch reagieren."

Kauzig, schroff, aber sehr erfolgreich

Nun soll es der alte Fuchs Moculescu richten. Der gebürtige Rumäne hat den Volleyball in Deutschland geprägt wie kein Zweiter. Seine Art war mitunter kauzig bis schroff - aber die Erfolge geben ihm recht: Als Vereinstrainer wurde er insgesamt 18 mal deutscher Meister, 19 mal Pokalsieger und 2007 sogar Champions-League-Sieger mit dem VfB Friedrichshafen, den er von 1997 bis 2016 höchst erfolgreich coachte. Außerdem betreute Moculescu fast ein ganzes Jahrzehnt lang die deutsche Nationalmannschaft (1999 bis 2008).

Nach 40 Jahren als Hallentrainer verabschiedete sich der 67-Jährige vor zwei Jahren kurzzeitig in den Ruhestand und fungierte zuletzt als Headcoach der österreichischen Beachvolleyball-Nationalmannschaft. "Mit seiner Vita, seiner fachlichen Expertise und Autorität ist Stelian in unseren Augen der richtige Mann", glaubt Niroomand.

In früheren Zeiten, als sie noch für verschiedene Vereine kämpften, waren sich die Alphatiere Niroomand und Moculescu nicht immer grün. "Wir haben leider nie eine Wellenlänge gefunden", hatte Moculescu bei seinem Abschied in der Max-Schmeling-Halle im Mai 2016 gesagt. Die Zeiten haben sich geändert.

(Mit Material von: SID)

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