Tim Renner
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Bild: imago/Jürgen Heinrich

- Tim Renner: Nehmt Facebook an die Leine!

So wie bisher geht's mit Facebook nicht weiter - in diesem Punkt herrscht ziemliche Einigkeit nach dem Skandal rund die Weitergabe von Nutzerdaten. Anders sieht es allerdings aus mit der Frage, was genau sich denn ändern soll. Einer, der sich dazu auch Gedanken gemacht hat, ist Timm Renner, früherer Kulturstaatssekretär in Berlin, früherer Manager von Universal Music und SPD-Politiker. Alex Krämer hat ihn zum Gespräch getroffen.

Tim Renner fordert eine Regulierung von Facebook - so wie sie auch bei anderen Medien greift. Er ist selbst bei Facebook aktiv. Auch, weil er die Vorzüge Sozialer Medien zu schätzen weiß. Das heißt: die Möglichkeit, dass sich alle Menschen aktiv über Soziale Medien äußern können, und die Möglichkeit des Konkakthaltens mit vielen Freunden.

Renners These: Menschen nutzen Soziale Medien inzwischen so, wie sie auch andere Medien nutzen. Weshalb Soziale Medien aber in Sachen Überprüfung anders behandelt würden, sei deshalb nur schwer verständlich. Es gehe schließlich auch bei Netzwerken wie Facebook um eine mediale Weiterverbreitung - deshalb brauche es auch eine mediale Kontrolle, wie sie zum Beispiel jede Zeitung unterliegt. Das sei nicht über Algorithmen zu lösen, sondern funktioniere nur durch menschliche Kontrolle. Beispielsweise Falschmeldungen könnten so durch kurze Gegenrecherchen seitens der Plattformen blockiert werden. Um der Flut an Informationen gerecht zu werden, könnte so eine Kontrolle zunächst nur bei sehr verbreiteten Beiträgen erfolgen, so Renner. Er denkt dabei an eine Art "Richtigstellung", wie sie andere Medien auch verwenden.

Eine Schwierigkeit an der Idee ist, dass Facebook global agiert und deshalb überregionale Zusammenarbeit erfoderlich wäre. Die könne zum Beispiel eine europäische Zusammenarbeit leisten, findet Renner. Europa mache schlielich rund ein Drittel des Marktes für Facebook aus.

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