Jutta Allmendinger Berlin, Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB)
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- Jutta Allmendinger: Zeit für die 32 Stunden-Woche

Die vereinbarte Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden in der Metall- und Elektroindustrie hat die Debatten über zukunftsfähige Arbeitszeitmodelle neu angefacht. Für eine 32-Stunden-Woche über die gesamte Lebensarbeitszeit hinweg plädiert seit längerem schon Soziologin Jutta Allmendinger: Mit der Möglichkeit, mehr zu arbeiten - aber auch weniger, etwa wenn kleine Kinder zu versorgen oder Angehörige zu pflegen sind. Wirtschaftsredakteur Gerd Dehnel spricht mit der Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.

Schon seit langem gibt es die Debatte über sinnvolle Arbeitszeiten. Mit der Einigung auf zeitlich befristete 28 Stunden für Teile der Belegschaft in der Metall- und Elektroindustrie wird ein neues Kapitel aufgeschlagen, meint die Soziologin Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung: "Dieses Kapitel aufzuschlagen ist überfällig und mehr als sinnvoll."

Allmendinger fordert, 32 Wochenstunden als "die neue Vollzeit" zu betrachten. Auf diese Zahl kommt sie ganz einfach: "Die kamen dadurch zustande, dass ich die Arbeitszeit, die heute von Frauen geleistet wird und jene, die heute von Männern geleistet wird, addiert und durch zwei geteilt habe. […] Ich plädiere sehr stark dafür, dass Männer ihre Arbeitszeit reduzieren und Frauen ihre Arbeitszeit etwas erhöhen. Dann habe ich so einen Wert von 32 Stunden, der über den Lebenslauf fluktuieren kann, je nachdem, ob man Sorge für Kinder oder Ältere leistet, ob man Schichtarbeit macht oder man sich weiterbildet."

Wie Deutschland bei den Arbeitszeiten im internationalen Vergleich dasteht, wie sich ihre Vorstellung gegenfinanzieren lassen könnte und warum durch kürzere Arbeitszeiten sogar die Produktivität steigen könnte, erklärt Jutta Allmendinger im Vis à vis mit Gerd Dehnel.

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