TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen (Bild: TU Berlin/David Ausserhofer)
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- Thomsen: "Berlins Diversität noch stärker nutzen"

Berlin ist einer der wichtigsten Standorte für Wissenschaft und Forschung. Die Humboldt-Universität und die Freie Universität sind schon Exzellenz-Unis, die Technische Universität will es werden. Sie hat Mitte Januar einen neuen Präsidenten gewählt - und da gab es wenig Überraschung: Professor Christian Thomsen ist es geblieben. Mit ihm hat Thomas Prinzler über Erreichtes und Zukünftiges gesprochen.  

Laut Thomsen haben er und die TU Berlin in seiner ersten Amtszeit bereits wichtige Themen setzen können. "Insbesondere ist da die Digitalisierung zu nennen. Wir haben ein großes Projekt dazu eingeworben, das Einstein-Zentrum Digitale Zukunft, was über Berlin hinaus in Deutschland ausgestrahlt wird."  

Außerdem ist der Univeritätspräsident stolz darauf, die Zulassungsbeschränkung durch den Numerus clausus zu reduzieren. "Wir haben jetzt in diesem letzten Wintersemester 3.800 Studierende NC-frei zugelassen – vor vier Jahren waren es nur 2.700", so Thomsen. "Meine Grundintention ist ja, dass der NC eine Einschränkung der Berufs- und Studienwahl eines jungen Menschen ist und daher abgeschafft gehört." Es gebe natürlich auch Grenzen, teilweise seien die Studiengänge achtfach überzeichnet. "Da geht es einfach nicht."

Finanzloch bei der TU wird kleiner

Finanziell sieht Thomsen die TU für derzeit gut aufgestellt. "Wir hatten in der Vergangenheit über viele Jahre ein Finanzloch, das wir schon im letzten Jahr halbieren konnten, das wir auch in diesem Jahr kleinhalten und – ich setze mich sehr dafür ein – gegen Null fahren werde." Dadurch könnten Lehre und Forschung voll operieren. Möglich sei das durch eine solide Haushaltsführung und 3,5 Prozent mehr Geld aus den Hochschulverträgen.

"Diversität in Berlin stärker nutzen"

Der TU-Präsident sieht in der Hauptstadt noch viel mehr Potential als zur Zeit genutzt wird. "Die Diversität, die Berlin bietet, in Form von Menschen, die von überall her kommen, die verschiedene Ideen haben, die einfach offen gegenüber Neuem sind, gegenüber anderen - das in Verbindung zu bringen mit Industrieforschung, ist noch eine Aufgabe, die wir in Zukunft verstärkt wahrnehmen werden."

Er hoffe auch, dass auch die Technische Universität bald eine Exzellenz-Uni sein wird. Dazu arbeite man eng mit den anderen beiden Universitäten zusammen, die an dem Dreier-Verbund genauso interessiert seien.

Man habe sich dabei schon auf zwei wichtige Ziele geeinigt: "Die digitale Transformation, die sich auf alle Wissenschaftsbereiche bezieht - und der Transfer, sprich: Die Ausstrahlung von einer Universität in die Gesellschaft und auch umgekehrt die Aufnahme von Themen, die für die Gesellschaft relevant sind, in den akademischen Bereich."

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