Golden Gate Bridge
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- "Living My Dream" in Kalifornien: Katharina Borchert

Start-Ups, IT- und Tech-Unternehmen sind ein Schatz für Berlin. Sie ziehen junge, kreative Menschen hierher. Das gelobte Land der Computer- und Internet-Wirtschaft ist und bleibt aber Kalifornien. Auch deshalb hat es schon zehntausende Deutsche an die US-Westküste getrieben. Zum Beispiel Katharina Borchert. Sie hat als Journalistin und Bloggerin in Deutschland begonnen - heute leitet sie die Innovationsabteilung bei Mozilla. Und die ist eben im Silicon Valley. Kalifornien-Korrespondent Marcus Schuler hat sich mit ihr unterhalten.

Aus dem nordrhein-westfälischen Wattenscheid ins Silicon Valley verschlagen hat es Katharina über viele Zwischenstationen "und eine gewisse Rastlosigkeit". Denn bevor sie nach Kalifornien umzog, lebte sie schon mehrere Jahre im Ausland. Ihren beruflichen Werdegang unter anderem bei der WAZ und bei "Spiegel Online" bezeichnet sie selbst als "komische Mischung aus Journalistin, digitalem Produktmacher, Techy und Hobbysoziologin". Ihr journalistisches Spezialgebiet war die Schnittschnelle zwischen Technologie und Kultur - "was machen neue Kommunikationsformen mit uns als Menschen, mit uns gesellschaftlich."

Zu ihrem Spitzenjob bei Mozilla im Silicon Valley kam sie durch eine Kombination aus jahrelangem Netzwerken und Interesse zeigen, aber auch mal den Sprung machen. "Ich kenne viele Leute, die ganz tolle Chancen hatten, die sie dann aber einfach nicht ergriffen haben: zu groß, zu risikoreich, zu sonstwas."

Ihre Aufgabe bei Mozilla: die Prozesse zu strukturieren, die mit der Weiterentwicklung des Open Source-Produkt Firefox verbunden sind. Dabei geht es darum, externe Partnerunternehmen sowie Experten und Mitglieder der weltweiten Community einzubeziehen.

Besonders schätzt sie: Keine Debatten, keine Gremien

Sich zu akklimatisieren, fällt ihr leicht: "Die Leute hier sind unglaublich freundlich und offen. Die meisten sind ebenfalls von irgendwo her zugereist und kennen also das Gefühl, neu zu sein."

Besonders zu schätzen wisse sie "das Entwicklungstempo hier". Wenn man eine Idee habe und es einem gelinge, ein paar Leute dafür zu begeistern, dann werde das "einfach ausprobiert. Da gibt es keine sechsmonatigen Debatten und Gremiendiskussionen und nochmal fünf Leute, die ihren Senf dazu geben müssen. Und es gibt auch kein 'das haben wir doch schon immer so gemacht'."

Die immer noch herrschende Aufbruchstimmung und der Entdeckergeist sei nicht so häufig und in so einer Ansammlung und Ballung zu finden wie hier. "Das hat mich fasziniert und das genieße ich sehr."

Austauschjahr in Kansas: Das andere Amerika

Gilt dieses sonnenbeschienene Bild auch in Zeiten der Trump-Administration? Sie ist sich durchaus der Tatsache bewusst, dass das Silicon Valley eine große liberale Filterblase ist und sich sehr vom Rest der USA unterscheidet.

Doch auch den hat sie kennen gelernt: als Austausch-Schülerin in Wichita/Kansas. Dort war sie per Zufall in einer sehr konservativen baptistischen Privatschule. Sie hat immer noch Kontakt zu Leuten, die "das krassestmögliche Gegenteil sind und die auch alle Trump gewählt haben". Mit ihnen stehe sie in "einem regen, und nicht immer ganz einfachen Austausch auch mit ganz anderen Teilen Amerikas (...), das die meisten meiner amerikaniischen Freunde überhaupt nicht kennen."

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San Francisco Downtown (Bild: Gili Yaari/imago)
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"Living My Dream" in Kalifornien: Kati Schmidt

Kalifornien ist für viele junge Deutsche ein Sehnsuchtsort. Manche träumen von einem Leben als Startup-Gründer, Programmierer oder Ingenieur im Silicon-Valley. Andere wollen ihr Glück als Schauspieler, Musiker oder Drehbuchschreiber in Los Angeles versuchen, darunter auch zehntausende Deutsche. Wir fragen in dieser Woche nach: Wie leben sie? Haben sich ihre Träume erfüllt? Das fragt unser Korrespondent in Kalifornien, Marcus Schuler die gebürtige Berlinerin Kati Schmidt. Sie hat bis vor kurzem bei der Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb gearbeitet.