Björn Werner am 29. Dez. 2013 in Indianopolis, Indiana
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- Ex-Footballer Björn Werner: "Ich wollte einfach in die NFL"

Björn Werner hat seinen Traum als American Football-Spieler gelebt: Als einziger Berliner hat der 27-Jährige den Sprung in die US-amerikanische Profiliga NFL geschafft. Werner war ein Star, hat in den USA Millionen verdient. Eine Verletzung hat seine Karriere allerdings früh beendet. Dennis Wiese hat Björn Werner getroffen und mit ihm über den spannenden Weg von Reinickendorf in die NFL und die Zeit nach der Karriere gesprochen. 

Als er das erste Mal American Football spielte, war er 13 Jahre alt. Gerade mal ein weiteres Jahr dauerte es, bis Björn Werner sein erstes richtiges Spiel machte. Und das - es klingt unglaublich - ausgerechnet für die deutsche Nationalmannschaft.

"Mein Headcoach war einer der er Assistenzcoaches beim Nationalteam. Und der meinte zu seinen Leuten: 'Es hört sich crazy an, ich hab' hier nen Jungen, der ist 14 Jahre alt, schon 1,92 groß, wiegt 100 Kilo, hat noch nie ein Spiel gemacht, aber hat echt was drauf." Die Empfehlung wurde angenommen. Werner wurde zu einem Sichtungscamp eingeladen und war kurz darauf im Freundschaftsspiel gegen Frankreich mit dabei.

In schnellen Schritten wurde der Traum von einer Profikarriere immer greifbarer. Mit 16 ergriff Björn Werner die Chance, nach Connecticut in die USA zu gehen. Er sollte im Highschool-Team spielen. Dort, wo die Stars von morgen gemacht werden. "Meine Eltern haben mich erstmal ausgelacht. Die Schule kostete 60.000 Dollar pro Jahr und das Geld hatten wir natürlich nicht." Es klappte trotzdem, mit einem Stipendium.  

"Ich hab's geschafft"

Im Sommer 2013 dann der nächste große Schritt: Werner war beim NFL Draft mit dabei. Ein Riesenevent, bei dem Millionen TV-Zuschauer gebannt zuschauen - und sich die Vereine nach und nach die Talente herauspicken. "American Football ist wie eine Religion in Amerika. Es ist verrückt. (...) Man weiß selbst erst eine Minute vor den Leuten im Fernsehen, wo du hingehst. Bei mir kamen dann einfach die Freudestränen, weil ich wusste: 'Ich hab's geschafft.'"  

Über Nacht wurde Werner zum Millionär. Bei den Indianapolis Colts bekam er einen Profivertrag für vier Jahre - dotiert mit 7,2 Millionen. "Aber das war mir egal - ich wollte einfach in die NFL", erzählt Werner. Er war erfolgreich, erkämpfte sich als Abwehrspieler den Spitznamen "Berlin Wall", schaffte fast den Sprung in den Super Bowl.

Doch nach drei Jahren wurde er wegen Verletzungen entlassen."Ich hatte schon viele OP's im College. (...) Ich habe immer versucht, das zu verstecken, aber irgendwann ging's nicht mehr. Die NFL ist ein hartes Business." Im Januar 2017 gab Werner schließlich das Ende seiner aktiven Karriere bekannt.

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offizielle Website - Björn Werner

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