Frauke Petry, Marine Le Pen und Geert Wilders auf einem Kongress von Rechtspopulisten in Koblenz (Bild: imago/Wiegand Wagner)
imago/Wiegand Wagner
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- "Rechtspopulismus ist aktive Angstpolitik"

Sie rütteln in Europa an den Türen der Macht und an den Fundamenten der liberalen Demokratie: Rechtspopulisten wie Viktor Orbán, Alexander Gauland, Marine Le Pen oder Geert Wilders. Wie sollen Medien und Gesellschaft mit ihnen umgehen? Dazu hat der Linzer Ökonom und Kommunikationstrainer Walter Ötsch zusammen mit einer Wiener Journalistin ein Buch geschrieben: "Populismus für Anfänger". Im Gespräch mit Stephan Ozsváth sagt Ötsch, dass man auf keinen Fall in die Provokationsspirale einsteigen darf.  

Laut Ötsch haben Rechtspopulisten eine ganz klare Strategie: Sie wollen eine Erregungswelle nach der anderen erzeugen, um von dem, was sie wirklich tun - etwa einem Systemumbau - abzulenken. Diese Erregungswellen folgen Ötsch zufolge einem wiederkehrenden Muster: "Es wird ganz gezielt provoziert, alle regen sich auf, es gibt eine große mediale Debatte, dann kommt eine halbherzige Entschuldigung, ein Dementi, dann kommt wieder ein Dementi vom Dementi und dann geht’s weiter."  

Strategien gegen Populismus

Um dieser Strategie zu begegnen, empfiehlt Ötsch der Gesellschaft und den Medien, nicht auf die Eskalation einzugehen, sondern stattdessen Muster zu benennen und die Art, wie rechtspopulistische Politik gemacht wird, zu erklären. "Das heißt, den Zuhörern eine Reflexion und Distanzmöglichkeit anzubieten. Und es ist wichtig, dass man nicht in diesen Ärger hineingeht."

Man solle auf Fakten beharren und positive Lösungen und Zukunftsbilder einfordern. Laut Ötsch ersetzt Rechtspopulismus einen Sachdiskurs immer durch einen Personendiskurs: "Auf der einen Seite gibt es die 'Wir'-Gruppe: Das Volk, die Aufrechten, die Guten. Dann kommt eine große Distanz und dort drüben 'die Anderen' – das können die Flüchtlinge oder die Elite sein." Deswegen seien die besten Strategien gegen Rechtspopulismus "ein Faktendiskurs, ein empirischer Diskurs, ein Sachdiskurs". 

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