ARCHIV: Unterwasserhockey - USA gegen Kanada im Spiel um Platz 7 bei der WM, Datum 02.04.2004
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Bild: imago/Barry Bland

Draufgehalten, 2.1.2018 - Unterwasserhockey: "Atmen wird eigentlich überbewertet"

Das Sportjahr 2018 hält wieder viele großartige Wettbewerbe bereit. Die Höhepunkte dürften für die meisten Freunde der Körperertüchtigung die Olympischen Winterspiele in Südkorea und die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sein. Thomas Kroh widmet sich in seinem ersten "Draufgehalten" des Jahres allerdings den Randsportarten am äußersten Rand des breitgefächerten Spektrums der Leibesübungen.

Atmen wird überbewertet, behaupten jedenfalls die Frauen und Männer, die aus unerfindlichen Gründen dem Unterwasserhockey frönen. Dabei stürzen sich zwei Mannschaften mit messerähnlichen kurzen Holzschlägern bewaffnet in die Tiefe, wo sie den Kampf um einen auf dem Boden liegenden Puck beginnen. Das rabiate Gemenge vermittelt den Eindruck als würde ein Schwarm Haie auf Speed eine Fress-Orgie veranstalten.

Leider ist dieser Sport nicht besonders zuschauerfreundlich. Das gilt auch für Unterwasser-Eishockey, bei dem sich die Spieler um einen Puck aus Styropor balgen, der direkt unter der Eisdecke vor sich hinpömpelt. Hier hängen die Protagonisten kopfüber im frostigen Wasser, weshalb die Trainer selbst in der größten Hitze eines Gefechts keinen Spieler ermahnen müssen, auch ja einen kühlen Nischel zu bewahren.

Für Freunde sauberer Wäsche: Extrembügeln ist angesagt

Wesentlich heißer geht es beim Extrem-Bügeln zu, das wie allerlei anderer Unfug ebenfalls aus Großbritannien stammt. Die Zahl der Disziplinen ist beträchtlich. Da gibt es zum Beispiel Water Style, das unter anderem Bügeln auf einem schwimmenden Surfbrett beinhaltet, oder Air Style - Plätten beim Base Jumping, das die Zahl der Bruchpiloten erstaunlicherweise nicht hat in die Höhe schnellen lassen.

Womit ich zum Ehefrauen-Tragen komme. Und wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer, sondern angeblich der finnische Räuberhauptmann Rosvo-Ronkainen Ende des 19. Jahrhunderts. Wer in seine Bande wollte, musste demnach seine Stärke dadurch beweisen, dass er sein holdes Feinsliebchen durch den undurchdringlichen skandinavischen Tann zu wuchten vermochte. Die WM im Ehefrauentragen geht alljährlich in dem Örtchen Sonkajärvi über die Bühne und bietet - wie ich finde - allen Frauen die glänzende Gelegenheit, der Gleichberechtigung eine weitere Bresche zu schlagen.

Nichts für Gourmets: Brennnessel-Wettessen

Wem das alles zu stinomäßig ist, dem empfehle ich das Brennnessel-Wettessen in der südenglischen Grafschaft Dorset, bei dem die trockene Mahlzeit mit Bier runtergespült werden darf, was leidiger Weise einen Geschmack von Spinat mit Kuhdung erzeugen soll, was wiederum zur Folge hat, dass der Wettbewerb nicht selten auf der Toilette des örtlichen Pubs im doppelten Sinne des Wortes abgebrochen wird.

Schienbeintreten, das natürlich auch in England beheimatet ist, funktioniert heute noch wie im 17. Jahrhundert: Wer umfällt, verliert. Anders als in früheren Zeiten sind Stahlkappen heutzutage allerdings verboten.

Die größte Gaudi bietet jedoch das englische Dorf Ashbourne am Faschings-Dienstag mit Shrovetide-Fußball, wenn die durch einen Fluss getrennten Mannschaften der Up’Ards und Down’Ards versuchen, einen Ball an eine Tor-Pyramide zu schlagen. Das Spielfeld beträgt rund fünf Kilometer und die wichtigste Regel des seit siebenhundert Jahren ausgetragenen Wettstreits lautet: „Bloß niemanden umbringen!“ Dieses Spektakel raubt allen Beteiligten garantiert den Atem.

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Hertha BSC - Olympiastadion (Bild: dpa)
dpa

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