Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang (Bild: kyodo/dpa)
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Draufgehalten | 26.02.2018 - Schön war't jewesen!

Zweiter Platz für Deutschland in der Medaillenwertung der Olympischen Spiele von Pyeongchang. Aber da geht noch mehr, meint Thomas Kroh in seiner Kolumne "Draufgehalten".

Spätestens in drei Monaten sind WIR auch Olympiasieger im Eishockey. Dann nämlich werden die Dopingfahnder auch bei den Kufen besohlten Russen, die während der Winterspiele nicht so genannt werden durften, Meldonium, Plutonium und all die anderen verbotenen Aufputschmittelchen gefunden haben.

Die Sbornaja verliert daraufhin ihre Goldmedaille, WIR bekommen eine 15. hinzu und verdrängen Norwegen in der Länder-Rangliste von der Spitze. Und schon ist Ritze!

Haben Sie sich mal gefragt, wie es die skandinavischen Erdgasbohrer überhaupt auf den ersten Platz schaffen konnten, wo sie doch den lieben langen Tag mit nichts anderem beschäftigt sind, als ihre fjordigen Gefilde für den Besuch moderner Kreuzfahrer herzurichten und sich Witze über ihre schwedischen Nachbarn zu erzählen? Haben Sie sich das mal gefragt?

Ja klar, die fünf Millionen Wikingerhanseln sind allesamt so kernige Naturburschen und -mädels. Denen liegt die hochleistungsmäßig betriebene Leibesertüchtigung im Blut. Möglicherweise aber nicht nur die. Der norwegische Fernsehsender NRK hat dieser Tage berichtet, für König Haralds 121 in Südkorea sportelnde Untertanen seien 6.000 Dosen Asthmamittel nach Fernost verschifft worden, angeblich auch Salbutamol, das höher dosiert als Dopingmittel gilt. 6.000 Dosen für 121 Athleten!

Eine Sippschaft von Asthmatikern auf dem ersten Platz der Länderwertung bei Olympischen Spielen. Das muss man sich einmal vorstellen! Und in welcher Sportart sind diese bedauernswerten Bronchial-Geplagten trotz ihrer chronischen Atemnot so gut wie unschlagbar? Ausgerechnet im Skilanglauf! Das ist so, als würde ein Volk von alkoholsüchtigen "Blinden" die Fußball-Weltmeisterschaft gewinnen. Also, zum Beispiel die Engländer. ABSOLUT unmöglich!

Naja, was soll's. Schön war't jewesen. Tto man-na-yo Pyeongyang und nihao Peking. Dort werden WIR in vier Jahren kein fremder Leute Gold mehr benötigen, für unseren Platz an der sportlichen Sonne. Denn kein Medikament der Laborwelt wird die asthmatischen Skandinavier vor dem Smog in Chinas wintersportverrückter Kapitale schützen. Die Deutschen hingegen werden dank ihrer Feinstaub gestählten Lungen durch die Loipen zischen wie Norweger auf Salbutamol.

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Hertha BSC - Olympiastadion (Bild: dpa)
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