Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz am 14.3.18 (Bild: imago/Christian Kolbert)
imago/Christian Kolbert
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Montag, 19. März 2018 - Jetzt lasst Don Jupp endlich in Ruhe!

Unser Kolumnist Thomas Kroh sehnt den Tag herbei, an dem der neue Trainer des FC Bayern München bekannt gegeben wird. Warum, das erzählt er Ihnen in seiner Glosse "Draufgehalten".

Es gibt Regeln im Journalismus, gegen die sollte man tunlichst nicht verstoßen. So gilt zum Beispiel: Keine Scherze mit Namen! Oder: Niemals, niemals Kollegen coram publico korrigieren, belehren oder sich gar über sie lustig machen! Da stehst du schneller als Paria im beruflichen Abseits als Uwe Tellkamp Sozialsysteme sagen kann.

Was nun allerdings die enervierende, weil nicht enden wollende, Fragerei vieler meiner Berufsgenossen nach dem Erben seiner gottbegnadeten Einzigartigkeit König Jupp betrifft, da ist mir jetzt der Kragen meines fair gehandelten Hemdes aus Bio-Baumwolle geplatzt.

Old Juppi hat in der Frühe die Haustür hinter sich noch nicht geschlossen, um seine zottelige Töle Cando auf die morgendliche Gassirunde zu zerren, da bricht schon ein Investigativer durch die Buchsbaumhecke, dass es wie bei Helge Schneider nur so splattatert, und bohrt wegen des nach Heynckes zu bestallenden Übungsleiters durch das Trommelfell hindurch bis in die Paukenhöhle hinein.

Keine Pressekonferenz, kein Banalitäten geschwängertes Interview am Spielfeldrand, keine als Fachgespräch aufgeplusterte Inhaltslosigkeit im TV-Studio ohne eine Frage nach dem neuen Obervorturner des deutschen Rekordmeisters. Wer sich nicht schnell genug bis hinter Proxima Centauri verzieht, der bekommt gnadenlos Namen wie Tuchel, Nagelsmann oder Kovac in die Eustachische Röhre gepfropft, so dass er sich wünschte er wäre beim Waterboarding.

Der Rechte innehabende Bezahlsender bestreitet mit diesem schwachsinnigen Gesülze, neben dem sich die Worte einer bekifften Wahrsagerin nach einem irren Blick in ihre Glaskugel wie Einsteins Erkenntnisse zur Relativitätstheorie ausnehmen, Sendestrecken, die so lang sind, dass man in ihnen sämtliche Folgen der Lindenstraße am Stück ausstrahlen könnte - und zwar zweimal hintereinander.

Dabei kann doch kein Mensch - nicht einmal ein Sportreporter - so blöd sein und glauben, dass ein Verein von Weltrang wie der FC Bayern München, der sich wahrscheinlich in millionenschweren Verhandlungen befindet, kapituliert und den Namen seines wichtigsten Angestellten ausplaudert, bevor dessen Wilhelm unter dem Vertrag steht, wenn nur ein wahrnehmungsgestörter Mikrofonträger die Frage aller Fragen zum tausendsten Mal stellt.

Aber wie gesagt, man darf sich über Kollegen nicht lustig machen, jedenfalls nicht öffentlich. - Ob die Bayern tatsächlich, wie Didi Hamann erzählte, mit Mauricio Pochettino geschwätzt haben, dem Trainer von Tottenham?

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Hertha BSC - Olympiastadion (Bild: dpa)
dpa

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