Der neue Zentrale Omnibus-Bahnhof in Berlin
Thomas Rautenberg/rbb
Bild: Thomas Rautenberg/rbb

- Der Umbau des ZOB: Teuer, aber kein BER

Seit fünf Jahren wird der Zentrale Omnibusbahnhof umgebaut. Die Kosten haben sich auf knapp 40 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Typisch für Berlin könnte man sagen. Doch der neue ZOB ist keine Invest-Ruine. Er könnte sich sogar zu einer Visitenkarte für die Stadt mausern, hoffen die Verantwortlichen. Von Thomas Rautenberg

Der ZOB entwickelt sich und ist ganz neu: Die Zahl der Haltestellen wurde von 27 auf 33 erhöht. Sie sind so im Grätenmuster angelegt, dass sich die ein- und ausparkenden Fernbusse nicht gegenseitig behindern. Der Betrieb könnte brummen, doch auf dem gesamten ZOB herrscht gähnende Leere. Das sei schon bedrückend, sagt Nadine Gottschalk, Geschäftsführerin der BVG-eigenen Tochtergesellschaft IOB. Seit Anfang 2017 leitet Gottschalk den Verkehr auf dem Zentralen Omnibusbahnhof.

Die Chefin des ZOB Nadine Gottschalk
Die Chefin des ZOB Nadine Gottschalk Bild: rbb/Thomas Rautenberg

Bis zu 400 000 Busse im Jahr erwartet

Im Jahr 2013 wurde der europaweite Busverkehr liberalisiert. Praktisch von einem Tag auf den anderen platzte der alte ZOB aus den 60er-Jahren aus allen Nähten: 2013 steuerten 60 000 Busse den Halteplatz an. Ein Jahr später waren es schon 100 000 und im Jahr 2016 kamen und fuhren bereits 216 000 Fernbusse über das Gelände. Künftig könnten hier jährlich sogar bis zu 400 000 Busse abgefertigt werden. Nach der ursprünglichen Planung der Senats-Verkehrsverwaltung sollte der in die Jahre gekommene ZOB anfangs für 3,5 Millionen Euro aufgehübscht werden.

Bauchef Björn Johannesson
Bauchef Björn Johannesson Bild: rbb/ Thomas Rautenberg

Hoffnung auf die Zeit nach der Pandemie

Im Moment bleiben vielen Passagieren nur Bahn oder Auto, um von Berlin aus in Deutschland zu reisen. Die Corona-Pandemie hat den Busbetrieben das Geschäft verdorben. In zwei Jahren soll aber alles wieder beim Alten sein, hofft Chefin Nadine Gottschalk - der Verkehr auf dem neuen ZOB und damit auch die Zahl der Passagiere.