Seddiner See - 50 Meter von der alten Uferkante entfernt (Bild: rbb/Thomas Rautenberg)
rbb/Thomas Rautenberg
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- Wenn ein See verschwindet

Die zunehmende Trockenheit führt nicht nur zu sinkenden Wasserspiegeln - manche Seen verschwinden einfach ganz. So wie der Fresdorfer See bei Michendorf. Macht sich so der Klimawandel bemerkbar? Oder hat ein Wasser-Klau für das Verschwinden des Sees gesorgt? Von Thomas Rautenberg

Brandenburg ist stolz auf seine Seen. So viele wie hier gibt es in keinem anderen Bundesland, immerhin 28857 an der Zahl. Aber da verändert sich was. Denn es gibt Seen, die verschwinden einfach, wie etwa der Fresdorfer See. Was dort aktuell zu sehen ist? Die Reste eines Fischerschuppens und sonst kaum noch Wasser.

Für Landwirt Carsten Wunderlich sind das die Auswirkungen des Klimawandels. Man habe schlichtweg höhere Temperaturen, hohe Verdunstung und weniger Niederschläge. Hinzu kämen eine jahrzehntelange massive Nährstoffeingabe durch Mastbetriebe, die sich in der Umgebung angesiedelt hätten. Zusätzlich wurden Abwässer eingeleitet. Dies fördere die Verdunstung.

In der Kindheit den kompletten Winter am See verbracht

 

Mit dem Ort von früher hätte der See nichts mehr gemeinsam, erklärt Ortsvorsteher Bernd Herrmann. In seiner Kindheit hatte er fast den kompletten Winter am See verbracht, um zum Beispiel Schlittschuhe zu laufen oder zu Angeln, davon könne heute keine Rede mehr sein. "Es ist alles verfallen", wobei das Wasser erst in den letzten Jahren so massiv zurückgegangen sei, sagt Herrmann.

Die Hoffnung, dass es irgendwann mal wieder zurückkommen würde, teile Herrmann nicht. Der Grundwasserspiegel sei einfach zu gering, die Niederschläge laufen letztlich alle ab.