Wolfgang Herrndorf 2008 in Badenweiler (Quelle: dpa)

- "Stimmen" - das letzte literarische Zeugnis von Wolfgang Herrndorf

In dieser Ausgabe "Quergelesen" mit Ute Büsing stellen wir den Erzählband "Stimmen" aus dem Nachlass von Wolfgang Herrndorf vor. Wir beschäftigen uns mit "Jede Menge Mumpitz" von Bob Odenkirk, Schauspieler und Komiker, den man aus Serien wie "Breaking Bad" und "Better Call Saul" kennt. Wir schauen auf "Erfolgsroman", dem achten Teil des autobiografischen Mammutprojekts von Gerhard Henschel. Und wir haben die ausgewählten literarischen Neuigkeiten der vergangenen Woche.

neuigkeiten der literarischen Woche

  • Weltweite Lesung für die Pressefreiheit in Erinnerung an Jamal Kashoggi

  • Ruhe im Streit um die Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz

Bob Odenkirk: Jede Menge Mumpitz

Aus dem Land der unbegrenzten Spaß- und Serien-Möglichkeiten, den USA, kommen die Comedians und die Fernsehformate mit ihnen und auch die richtig guten Serien mit x-Staffeln. In beiden Bereichen ist Bob Odenkirk aktiv, ein Schauspieler, der jetzt seine ganz persönlichen Spaß-Momente in dem Pocketbook "Jede Menge Mumpitz" zusammengetragen hat.

Rezensentin Renée Zucker ist angetan.

Gerhard Henschel: Erfolgsroman

Der Hannoveraner Schriftsteller Gerhard Henschel schreibt schon seit Jahren leicht fiktionalisiert  sein Leben auf. Der an Walter Kempowski geschulte ist aber auch Autor von Satiren, Polemiken und Grotesken.

2004 begann Henschel mit "Kindheitsroman" und seinem Helden Martin Schlosser. Mittlerweile ist er bei Band 8 angekommen. Der heißt schlicht "Erfolgsroman". Joachim Dicks stellt den und Autor Henschel vor.

Wolfgang Herrndorf: Stimmen

Erfolgsromane wie "Tschick" oder "Sand" hätte er sicher noch geschrieben, wäre er nicht mit 48 vor fünf Jahren zu früh verstorben: der Berliner Wolfgang Herrndorf. Jetzt ist bei Rowohlt Berlin ein letzter, aus dem Nachlass zusammengestellter Band mit Kurzgeschichten, Gedichten und Überlegungen zur Schriftstellerei erschienen. Er heißt so, wie Herrndorf sich vor seinem großen Durchbruch bei seinen zahlreichen Auftritten im Internetforum "Wir höflichen Paparazzi" u.a. mit Pseudonym nannte, nämlich "Stimmen". Der Untertitel "'Texte, die bleiben sollten" spricht für sich. Denn tatsächlich sind vor allem die hier aufgenommenen Kurzgeschichten neuerlicher Beweis für Herrndorfs lakonisch-sentimentale Formulierkunst, seine nüchtern-ironische und manchmal eben doch fantastische Betrachtungsweise der Welt.

buchinfos und veranstaltungshinweise

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  • Bob Odenkirk 

    Jede Menge Mumpitz

    Aus dem Englischen von Alexander Wagner
    176 Seiten
    € 12,00
    ISBN 978-3-0369-5986-3
    Verlag Keinundaber

  • Gerhard Henschel 

    Erfolgsroman

    Roman
    608 Seiten
    € 26,00
    ISBN: 978-3-455-00377-2
    Verlag Hoffmann und Campe

    Buchpräsentation am 8. November um 20.00 Uhr im Literaturforum im Brechthaus

  • Wolfgang Herrndorf 

    Stimmen. Texte, die bleiben sollten.

    Kurzgeschichten, Gedichte und Überlegungen
    192 Seiten
    € 18,00
    ISBN 978-3-7371-0057-1
    Verlag Rowohlt Berlin

  • Veranstaltungshinweis 

    Konrad-Wolf-Preis 2018 an "Lettre International"

    Gewürdigt wird die intellektuelle Arbeit der seit 1988 von Frank Berberich vierteljährlich im Eigenverlag in Berlin herausgegebenen diskursiven Kulturzeitschrift.

    Verleihung am 31. Oktober um 19.00 Uhr in der Akademie der Künste am Hanseatenweg

     

  • Veranstaltungshinweis 

    Die offene Stadt - Eine Ethik des Bauens und Bewohnens

    Auch er hat das große Ganze im Blick: der Londoner Soziologe und Historiker Richard Sennett.  In seinem bei Hanser Berlin erschienenen klugen Band "Die offene Stadt - Eine Ethik des Bauens und Bewohnens" setzt er sich mit den Bedingungen friedlicher Koexistenz im multikulturellen und multireligiösen sozialen Raum  der Zukunft auseinander.

    Buchpräsentation am 8. November um 19.00 Uhr im Haus der Kulturen der Welt

  • Florian Illies 

    1913 - Was ich unbedingt noch erzählen wollte

    304 Seiten
    € 20,00
    ISBN 978-3-10-397360-0
    Verlag S. Fischer

Sendung

Die Schauspielerin Sophie Nelisse als Liesel Meminger in einer Filmszene des Kinofilms "Die Bücherdiebin". (Bild: dpa)
dpa

Quergelesen

Das Literatur-Magazin bietet Interviews und Gespräche mit Literaten und Verlegern, berichtet über Preise und Preisträger von Büchner bis Bachmann sowie über Festivals und Lesungen.