Eshkol Nevo Jüdische Kulturtage Berlin 2009, (Copyright: imago/Gerhard Leber)
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Bild: imago/Gerhard Leber

- Eshkol Nevo - der Menschengeschichten-Erzähler

In dieser Ausgabe "Quergelesen" stellen wir einige der Neuerscheinungen aus der Frühjahrsproduktion der deutschsprachigen Verlage vor - unter anderen "Nonna" des Deutschen Thomas De Padova und "Über uns" des israelischen Autors Eshkol Nevo. Außerdem geht es um die Diskussion um das Gomringer Gedicht an der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule. Und wir beklagen zwei Todesfälle: Der chilenische Dichter Nicanor Parra und die US-Science-Fiction- und Fantasy-Autorin Ursula K. Le Guin sind gestorben.

Buchinfos und Beiträge zum Nachhören

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  • Eshkol Nevo 

    rbb

    Über uns

    Drei Erzählungen
    Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
    320 Seiten
    ISBN 978-3-423-28131-7
    € 22,00
    Verlag dtv

    Eine Rezension von Ute Büsing

  • Thomas de Padova 

    rbb

    Nonna

    Roman
    160 Seiten
    ISBN 978-3-446-25857-0
    € 18,00
    Hanser Berlin

    Eine Rezension von Ute Büsing

    Buchpräsentation
    :
    am 2. Februar
    um 20:00 Uhr
    im Buchladen Bayerischer Platz

  • Fernando Aramburu 

    rbb

    Patria

    Übersetzung: Willi Zurbrüggen
    768 Seiten
    ISBN:  978-3-498-00102-5
    € 25,00
    Verlag Rowohlt

    Ein Beitrag von Katja Weise

  • Torsten Schulz 

    rbb

    Skandinavisches Viertel

    Roman
    ISBN: 978-3-608-98137-7
    € 20,00
    Verlag Klett-Cotta
    erscheint Mitte März

    Tosten Schulz
    ist zu Gast im Inforadio Forum "Immer nerven die Touristen"
    im Hotel "Almodovar" in der Boxhagener Straße 83 am Donnerstag, den 1. Februar um 18:30 Uhr

  • Sonja Heiss 

    rbb

    Rimini

    Roman
    400 Seiten
    ISBN: 978-3-462-05044-8
    € 20,00
    Verlag Kiepenheuer & Witsch

    Buchpräsentation:
    am 31. Januar
    um 20:00 Uhr
    im Berliner Pfefferberg-Theater
    Es liest Heike Makatsch

     

  • T. C. Boyle 

    rbb

    Good Home

    Zwanzig Erzählungen
    übersetzt aus dem Englischen von Anette Grube, Dirk Gunsteren
    432 Seiten
    ISBN 978-3-446-25808-2
    Hanser Verlag

  • Nicanor Parra 

    Parra Poesie

    Gedichte
    60 Seiten
    aus dem Spanischen übersetzt von Ingolf Brökel
    ISBN: 978-3-941524-78-1
    € 18,90

   

Literarische Neuigkeiten der vergangenen Woche

+++ Wer die mit fehlgeleiteter politischer Korrektheit aufgeladenen Auseinandersetzungen an der Berliner Alice Salomon-Hochschule darüber verfolgt hat, wird sich nicht groß wundern: Der Akademische Senat hat jetzt beschlossen, Eugen Gomringers Gedicht "Avenidas", das von der Studentenschaft wegen der "Reproduktion klassischer patriarchaler Kunsttradition" und der "unangenehmen Erinnerung an sexuelle Belästigung" für indiskutabel befunden worden war, im Zuge einer ohnehin geplanten Gebäude-Sanierung zu entfernen. Ersetzt werden soll es durch ein Gedicht der Salomon-Preisträgerin des Vorjahres, Barbara Köhler. Alle fünf Jahre soll das Fassaden-Gedicht nun ausgetauscht werden. Empört tritt das Haus für Poesie, bisheriger Kooperationspartner des Alice-Salomon-Poetik-Preises, mit sofortiger Wirkung davon zurück. Ebenso die Jury. Der Ruf des  93jährigen Mitbegründers der konkreten Poesie, Eugen Gomringer, sei durch diesen Vorgang beschädigt und der Preis diskreditiert, ließ der Leiter des Hauses für Poesie, Thomas Wohlfahrt verlauten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach sogar von "einem erschreckenden Akt der Kulturbarberei".

+++ Im Alter von 103 Jahren ist der Begründer der "Antipoesie", der chilenische Dichter Nicanor Parra, gestorben. International bekannt wurde der, so ein Selbstzitat, entschiedene Anhänger der Erde mit kühlem Kopf und heißem Herzen, als US-Kollege Allen Ginsberg seine einfach prägnanten Gedichte ins Englische brachte. Ausgezeichnet wurde Parra u.a. mit dem bedeutendsten iberoamerikanischen Literaturpreis Cervantes. Für den Literaturnobelpreis wurde der innovativste Lyriker Lateinamerikas mehrfach gehandelt. Er rief sich schon zu Lebzeiten nach: "Weder sehr schlau, noch strohdumm/Ich war, was ich war: eine Mischung von Essig und Öl/und Engel und Teufel stecken darin."

+++ 88 Jahre alt wurde die US-Science-Fiction- und Fantasy-Autorin Ursula K. Le Guin. Lange vor Harry Potter und Avatar schuf sie mit ungeheurer Vorstellungskraft in zwanzig Romanen magische Zauberwelten und Paralleluniversen. Gerne mit starken Frauen. Bekannte Titel wie "Die linke Hand der Dunkelheit", "Planet der Habenichtse" und die "Erdsee"-Serie sind auf Deutsch bei Heyne erschienen.

Sendung

Die Schauspielerin Sophie Nelisse als Liesel Meminger in einer Filmszene des Kinofilms "Die Bücherdiebin". (Bild: dpa)
dpa

Quergelesen

Das Literatur-Magazin bietet Interviews und Gespräche mit Literaten und Verlegern, berichtet über Preise und Preisträger von Büchner bis Bachmann sowie über Festivals und Lesungen.