Frankfurter Buchmesse 2017: Podium des rechsgerichteten Antaios Verlags, Auftritt Identitäre, Rechte zünden Wunderkerzen auf dem Podium als Protest gegen die Störungen durche linke Gegendemonstranten an
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- Auftritt rechter Verlage auf Buchmessen?

In dieser Ausgabe "Quergelesen" beschäftigen wir uns mit der Initiative "#verlagegegenrechts", mit der amerikanischen Schriftstellerin Dorothy Baker, deren Wiederentdeckung sich lohnt und mit dem 1999 verstorbenen Berliner Autor Detlev Meyer, der auch gerade so etwas wie eine Renaissance erfährt. Außerdem haben wir mehr Informationen zum neu aufgestellten Literaturhaus Berlin.

Literarische Neuigkeiten der vergangenen Woche

+++ Bei der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Herbst sorgten Verlage aus dem rechtspopulistischen Spektrum für Wirbel und Verwirrung. Gegen den Auftritt solcher Verlagshäuser bei der am 15. März in Leipzig beginnenden Buchmesse regt sich jetzt Widerstand. 45 überwiegend kleinere unabhängige Verlage, darunter Wagenbach, Christoph Links und Pendragon und 100 Einzelpersonen haben einen Aufruf gegen rechte Stimmungsmache unterzeichnet und die Initiative "#verlagegegenrechts" plant zehn Sonderveranstaltungen. Messedirektor Oliver Zille erklärte, Verlage aus dem rechten Spektrum dürften in Leipzig ausstellen, solange sich ihre Publikationen im Gesetzesrahmen bewegten.  

+++ In Frankreich sorgte die geplante Neuherausgabe von drei antisemitischen Pamphleten von Louis-Ferdinand Céline aus den Jahren 1937 bis 1941 durch das renommierte Verlagshaus Gallimard für Streit. Unter anderem hatte der für sein Holocaust-Erinnerungsengagement bekannte Anwalt Serge Klarsfeld die Texte als "gefährlich" bezeichnet. Nun zog Verleger Antoine Gallimard die kritische Neuauflage vorerst zurück. Er bleibt aber dabei, dass die Pamphlete Célines, die zur Geschichte des infamsten französischen Antisemitismus gehörten, nicht zur Zensur verurteilt werden dürften. Céline ist hierzulande vor allem durch seinen Roman "Reise ans Ende der Nacht" bekannt geworden.  

Buchinfos und Beiträge

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  • Dorothy Baker 

    rbb

    Ich mag mich irren, aber ich finde dich fabelhaft

    Roman
    272 Seiten
    ISBN: 978-3-423-28135-5
    € 20,00
    Verlag dtv

    Eine Rezension von Renée Zucker

  • Detlev Meyer 

    rbb

    Das Sonnenkind

    Roman
    232 Seiten
    ISBN: 978-3-351-03718-5
    € 20,00
    Aufbau Verlag

    Ute Büsing im Gespräch mit Matthias Frings über die Wiederauflage des Romans "Das Sonnenkind". Die Veranstaltung findet statt am 16.01.2018 um 20.00 Uhr in der

    Berliner Autorenbuchhandlung, Else-Ury-Bogen 600-601, 10623 Berlin (S-Savignyplatz)

  • Monika Rinck 

    Kritik der Motorkraft

    Auto-Moto-Fiction in 13 Episoden
    Ein Aufsatz
    85 Seiten
    Bestellung nur über den Verlag
    € 20,00
    Verlag Brueterich Press

    Buchpremiere im Literarischen Colloquium am 17. Januar um 19.30 Uhr

  • Gretchen Dutschke 

    1968. Worauf wir stolz sein dürfen

    Hommage an Rudi Dutschke und Peter-Paul Zahl:
    Mut und Wut. Briefwechsel 1978/79
    Verlag Kursbuch Kulturstiftung
    Erscheint März 2018

    Musikalische Lesung mit Gretchen Dutschke und der Manni Weller Band im "Gretchen" am 14. Januar um 19.00 Uhr

Auch auf inforadio.de

Sonja Longolius und Janika Gelinek leiten seit 1. Januar 2018 das Literaturhaus Berlin
Nina Zimmermann, Literaturhaus Berlin

Gelinek und Longolius: eingespielte Doppelspitze im Literaturhaus

Am 1. Januar ging im Literaturhaus Berlin eine Ära zu Ende. Der langjährige Chef Ernest Wichner nahm seinen Hut, nach fast 30 Jahren zunächst als Stellvertreter, dann als Leiter. Er hat sein Haus in der Fasanenstraße 23, gleich um die Ecke vom Ku'damm, an die nächste Generation übergeben. Janika Gelinek und Sonja Longolius, beide 38, sind die neuen Chefinnen des Literaturhauses. Krempeln sie das Traditionshaus jetzt völlig um? Nadine Kreuzahler hat mit den beiden über ihre Pläne gesprochen.

Sendung

Die Schauspielerin Sophie Nelisse als Liesel Meminger in einer Filmszene des Kinofilms "Die Bücherdiebin". (Bild: dpa)
dpa

Quergelesen

Das Literatur-Magazin bietet Interviews und Gespräche mit Literaten und Verlegern, berichtet über Preise und Preisträger von Büchner bis Bachmann sowie über Festivals und Lesungen.