Umzug Ethnologisches Museum: Rumpf des Luf-Bootes in Transportkisten; © Andrea Handels
Andrea Handels
Bild: Andrea Handels

- Humboldt Forum: Die Kunst hält Einzug

Das Humboldt Forum im Berliner Schloss soll Ende 2019 eröffnen. Doch schon jetzt ziehen die sogenannten Großobjekte aus dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst dort ein. Mit Sondertransporten werden sie aus Dahlem ins Humboldt Forum gebracht, teilweise sogar nachts. Andrea Handels hat diesen außergewöhnlichen Umzug begleitet.

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28. Mai,  acht Uhr abends in Berlin–Dahlem: In die Außenwand des Ethnologischen Museums wurde eine große Tür geschlagen. An diesem ersten Abend soll der Rumpf des Bootes von der Südsee-Insel Luf umziehen, mit 16 Metern die längste Kiste. Um kurz  nach acht öffnet sich die Tür, ein Dreh-Kran hebt die Kiste haarscharf vorbei an den Bäumen auf den wartenden Tieflader.

Matthias Farke, Leiter der Restaurierungsabteilung des Ethnologischen Museums, erlebt den ersten Bootstransport mit gemischten Gefühlen: "Das Boot verlässt das Haus und kommt nie wieder. Es ist schon ein komisches Gefühl. Und wir wissen ja, es wird im Humboldt Forum auf unabsehbare Zeit eingemauert."

"Hebt an!"

Gegen Mitternacht kommt der Tieflader im Humboldt Forum an. Und weil der erste Transport auch symbolisch so wichtig ist, lässt man die Kiste erst einmal über Nacht auf dem Boden der halbwegs fertigen Empfangshalle liegen – denn am folgenden Morgen soll es bei der Einbringung feierlich zugehen. Auch die Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist gekommen: "Einen Ortswechsel diesen Umfangs hat es in der Geschichte der staatlichen Museen so noch nie gegeben. All die großen und kleinen Objekte aus den Dahlemer Museen erwartet hier, denke ich,  ein sehr besucherreiches Leben."

Und dann spricht sie das  entscheidende Kommando: "Ich hab mir sagen lassen – das Kommando heißt: Hebt an!" Die Kiste wird von einem Kran hochgehoben – und durch eine Öffnung im ersten Stock in die künftige Ozeanien-Bootshalle gezogen. Dort bleibt sie zunächst eingepackt liegen, bis die klimatischen Bedingungen stimmen.

"Wir wollen die Geschichte der Objekte erzählen"

Es gibt zwei gegenüberliegende, 6 x 3,5 Meter große sogenannte Einbringöffnungen an den Innenwänden des Foyers. Die Boote und auch die Häuser sind zu groß, um sie per Aufzug oder durch die Fenster an ihren künftigen Standort zu bringen. Wenn alle Großobjekte angekommen sind, werden diese Löcher verschlossen.

Überall im Humboldt Forum wird heftig gebaut, aber die Bootshalle ist so gut wie fertig. Ein 15 Meter hoher Raum, für Besucher vom zweiten Stock her über eine Galerie zugänglich. Wie die Boote dort künftig präsentiert werden sollen, steht schon weitestgehend fest. Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: "Wir wollen viel stärker als es in Dahlem der Fall war eben zum Beispiel die Rolle der Navigation spielen. Ozeanien ist eine Welt der Inseln, wo Navigation eine zentrale Rolle spielt für das Leben, für Rituale, auf alle Lebensbereiche wirkt sich das aus. Und da wollen wir natürlich auch die Geschichte der Objekte erzählen."

Die Geschichte des Luf –Bootes beispielsweise, ein geschwungenes und reich verziertes Segelboot aus dem 19. Jahrhundert mit Ausleger und zwei rechteckigen Segeln.

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Inforadio/A. Kattner

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