Asylbewerber aus Afrika warten am 15.01.2018 vor dem israelischen Innenministerium in Tel Aviv
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- Israel geht hart gegen Flüchtlinge vor

Zehntausende Afrikaner suchten in den vergangenen Jahren Asyl in Israel. Aber sie sind dort nicht willkommen. Regierungschef Benjamin Netanjahu hat nun damit begonnen, nach einem radikalen Plan die Menschen loszuwerden, die er "illegale Eindringlinge" nennt. Den Migranten bleiben nur zwei Optionen: Abschiebung oder Gefängnis.

Sie sollen freiwillig ausreisen - oder sie werden eingesperrt. Die israelische Regierung hat jetzt den Druck auf bis zu 40.000 afrikanische Flüchtlinge deutlich erhöht und damit begonnen, entsprechende Briefe zu verteilen. Bis Ende März sollen sie Israel freiwillig verlassen. Ansonsten droht ihnen eine Haftstrafe.

Die meisten der betroffenen Migranten stammen aus Eritrea. Wegen der dort herrschenden Militärdiktatur  werden die Asylanträge von Menschen aus dem ostafrikanischen Land in den meisten Ländern genehmigt. Nicht jedoch in Israel.

In den vergangenen Tagen hat sich jedoch auch deutlicher Widerstand gegen die Abschiebung der Flüchtlinge formiert. Schriftsteller, Holocaust-Überlebende und Akademiker veröffentlichten Protestbriefe dagegen. Abschiebungen seien unethisch und beschädigten das Ansehen Israels als Zufluchtsort für Juden, hieß es darin.

Benjamin Hammer, ARD-Korrespondent für den Nahen Osten hat  in Tel Aviv  Menschen getroffen, die jetzt zunehmend Angst vor der Abschiebung haben müssen.

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Dominik Lenz befragt den Inhaber einer Mühle (Foto: Inforadio/Kattner)
Inforadio/A. Kattner

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