Warnung zum Wasserverbrauch in Kapstadt (Bild: ARD/Jan-Philippe Schlüter)
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Warnung zum Wasserverbrauch in Kapstadt | Bild: ARD

- Kapstadts schlimmste Wasserkrise seit 100 Jahren

Die Lage in der südafrikanischen Metropole ist dramatisch. Drei Jahre hintereinander hat es nicht genug geregnet, die Staudämme sind nur noch spärlich gefüllt. Die Behörden begrenzen den Wasserverbrauch immer strenger: Ab Donnerstag sind nur noch 50 Liter pro Kopf erlaubt – im schlimmsten Fall werden die Hähne am 21. April ganz zugedreht. Und es sieht ganz so aus, als ob dieser "Day Zero" tatsächlich kommt, berichtet Südafrika-Korrespondent Jan-Philippe Schlüter.  

In Südafrikas Touristenmetropole Kapstadt wird die Wasserversorgung wegen andauernder Dürre nochmals drastisch reduziert, erklärte die Stadtverwaltung. Zuletzt galt noch ein Tageslimit von 87 Litern pro Person.

Für Haushalte, die mehr Wasser verbrauchen, soll der Wasserpreis von Februar an nochmals drastisch erhöht werden. "Wir können die Menschen nicht mehr bitten, kein Wasser mehr zu verschwenden. Wir müssen sie zwingen", so die Stadtverwaltung.  

Wasserversorgung bald nur noch aus Tanks?

Mit den drastischen Maßnahmen will die Stadt die nach derzeitigem Stand am 21. April drohende "Stunde Null" abwenden - dann müsste die Stadtverwaltung das Wasser komplett abstellen. Die rund 4,5 Millionen Einwohner müssten sich dann ihr Wasser unter Aufsicht von Militär und Polizei an 200 Verteilungspunkten abholen. Doch der Wasserverbrauch der Stadt liegt immer noch über einem nachhaltigen Wert. Es sei unglaublich, dass eine Mehrheit der Menschen nicht besorgt scheine "und uns geradewegs in Richtung Stunde Null treibt", so die Stadt.  

Die 50 Liter pro Person müssen fürs Trinken, Kochen, Putzen, Duschen und sogar für die Klospülung reichen. Zum Vergleich: In Deutschland werden pro Person mehr als 120 Liter Wasser pro Tag verbraucht. Der Grund für die Wassersparmaßnahmen ist die schlimmste Dürre in der Provinz Westkap seit Jahrhunderten, die Reservoire sind trocken.  

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Dominik Lenz befragt den Inhaber einer Mühle (Foto: Inforadio/Kattner)
Inforadio/A. Kattner

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