Mapuche demonstrieren in Santiago de Chile im Oktober 2017 (Bild: imago/Luis Vargas)
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- Ein indigenes Volk kämpft um seine Heimat

Die Mapuche sind die größte indigene Volksgruppe in Chile – und überwiegend arm. Viele wollen ihr ursprüngliches Territorium im Süden des Landes zurückhaben, das fast komplett von wirtschaftlichen Großprojekten wie Wasserkraftwerken oder Eukalyptusplantagen besetzt ist. Polizei und Behörden werfen den Mapuche vor, bei ihrem Kampf um die Heimat zu weit zu gehen und Anschläge zu verüben. Anne Herrberg stellt beide Seiten dar.  

Am Mittwoch bekommen die Mapuche hohen Besuch. Der Papst wird in die Region Araucanía reisen und dort Vertreter der indigenen Volksgruppe treffen. In den vergangenen Tagen wurden in Chile mehrere Brandanschläge gegen Kirchen verübt, bei denen nur geringer Sachschaden entstand. Auf Flugblättern an den Tatorten wurde der Kampf der Mapuche um Ländereien unterstützt und die katholische Kirche angeprangert.

"Die Kultur des Ausschließens hat immer mehr von uns Besitz ergriffen. Ich will an eurer Freude, eurer Trauer, euren Problemen und Hoffnungen teilhaben. Ich will euch sagen: Ihr seid nicht allein, der Papst ist bei euch", sagte Franziskus in einer Videobotschaft.

In Chile hat die katholische Kirche mit einem empfindlichen Vertrauensverlust zu kämpfen. Obwohl der offizielle Anteil der Katholiken bei rund 74 Prozent der Bevölkerung liegt, bekannten sich in einer Umfrage zuletzt nur noch 45 Prozent der Chilenen zum katholischen Glauben. Immer mehr Chilenen sagen, sie seien unreligiös.

(Quelle: dpa)

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Dominik Lenz befragt den Inhaber einer Mühle (Foto: Inforadio/Kattner)
Inforadio/A. Kattner

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