Lenny Kravitz beim Live-Konzert in der Münchener Olympiahalle
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Bild: imago/Stefan M Prager

- Wenig Neues, dennoch frisch: Lenny Kravitz

Das letzte Album von Lenny Kravitz erschien 2014, seine letzte Tour führte ihn 2015 nach Berlin. Es wurde mal wieder Zeit für den Mann aus New York herzukommen. Zwar erscheint sein neues Album "Raise Vibration" erst im Herbst. Auf Tour ist er trotzdem schon und spielt da fast nur altes Zeug. Den Fans hat es gefallen. Das jedenfalls hat Susanne Bruha in der Zitadelle Spandau beobachtet.

Wenn die Zitadelle gut gefüllt ist - und das war sie bei Lenny Kravitz (wenn auch nicht ausverkauft) – dann auf jeden Fall sehen die Leute, an den Rändern vom Mittelfeld immer richtig schlecht. Lenny Kravitz, als bekennender Berlinfan hat das aber vielleicht mit bedacht. Für seinen ersten Song steht er auf alle Fälle gut sichtbar weit oben auf der Bühne. Auf einem Podest noch oberhalb des Schlagzeugs.

Hits mit Kraft, Wumms und Energie

Er spielt "Fly away" und während des Songs fliegen wie bestellt direkt zwei Flugzeuge über die Zitadelle hinweg. Man fühlt sich wie in einem Werbeclip für irgendeine Airline oder für Lenny Kravitz. Auf der Bühne rockt dieser Mitte 50-Jährige jetzt druckvoll los und sieht dabei aus wie Mitte dreißig mit seiner grünen Lederjacke und der engen schwarzen Lederhose.

Auf "Fly away" folgt "Dig in", für den Song hat Kravitz dazumal seinen vierten Grammy kassiert und bei "Bring it on" reißt er sich die Ballonmütze vom Kopf, schüttelt den Dreadlock-Afro über der Sonnenbrille, klatscht die Hände über dem Kopf zusammen und das Publikum tut es ihm gleich zu "American Woman".

Auf diesen fulminaten Start folgen Hits, Hits, Hits mit Kraft, Wumms und Energie. Bei den Gitarrensoli tanzt Kravitz von Bühnenrand zu Bühnenrand, wackelt mit dem Popo und begrüßt drei Bläser, die mit einem "Get up, stand up"- Bob Marley-Cover die Bühne betreten und ab sofort die vierköpfige Band verstärken.

Große Liebe zu Berlin

Immer wieder erzählt Lenny Kravitz, der immer mehr Ähnlichkeit mit seinem Idol Prince hat, von seiner Liebe zu Berlin. Er sei 1989 als "little boy", also eigentlich mit schon 25 Jahren das erste Mal  hier gewesen und habe den Mauerfall erlebt. Das Publikum ist begeistert.

Im ruhigeren Mittelteil der Show spielt Kravitz dann zwei Songs vom kommenden Album, poppig und ein bisschen softer kommen "It´s Enough" und "Low" daher. Die Fans aber feiern lieber die Klassiker und das sind teilweise Songs, von denen man denkt es gibt sie eigentlich schon seit immer, wie "It Ain't Over Till It's Over".

Nach hinten raus wird es nochmal richtig rockig und bei den Zugaben auch etwas endlos. "Let Love rule" ist Lenny Kravitz zum langsam Abgewöhnen und nach zwei Stunden endet die Lenny Kravitz-Retrospektive. Wenig Neues, dennoch frisch.

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