Die Band "Sandow" aus Cottbus
Sandow
Bild: Sandow

- Die Cottbusser Band Sandow in der Volksbühne

Die Band Sandow aus Cottbus macht seit 35 Jahren alles, außer Mainstream. Schon zu DDR-Zeiten waren sie Underground-Legenden, seitdem haben die vier Männer auf Bunkern in der Normandie genauso gespielt wie bei der Mafia in Moskau. Am Mittwochabend stellen Sandow ihr neues Album "Entfernte Welten" in der Berliner Volksbühne vor. Ein Beitrag von Jakob Bauer über die etwas andere Band aus Cottbus.

"Als der Herr diese Welt erschuf, verfügte er über keinerlei Budget. Wir, die Band Sandow, stehen vor ähnlichen Herausforderungen."

Die Menschen wollen unsere Kunst hören!

Mit diesen Worten und ihrem ganz eigenen, schweren Humor bewirbt die Cottbusser Band Sandow vor einem Jahr eine Crowdfunding-Kampagne. Mit der Aktion wollen sie das Geld für ein neues Album zusammen kriegen. 8.000 Euro brauchen Sandow, am Ende des Jahres haben die Cottbusser knapp 18.000 Euro von ihren Unterstützern bekommen. 224 Prozent mehr als erwartet. Und ein klares Zeichen für die Band: Obwohl wir uns immer aus dem Mainstream rausgehalten haben: Die Menschen wollen unsere Kunst hören!

Vielfältige Musikstile

Und die ist geprägt von Vielfalt. Seit der Gründung 1983 haben Sandow sich durch viele Musikstile hindurchgewildert, industrielles Gedröhne mit noisigem Punk verbunden, in ihrem sogenannten "Klanglabor" an elektronischen Sounds gearbeitet oder einfach "nur" Düster-Pop gespielt - natürlich ohne zu poppig zu werden.

"Born in The GDR", eine Persiflage auf das DDR-Regime war ein Hit von Sandow kurz nach dem Mauerfall. Sie spielen ihn danach lange nicht mehr live, weil sie keine Hits schreiben wollen. Ähnlich radikal ihr Umgang mit einem anderen Stück: Weil ihr Produzent sagt, der Track "Nac" könnte der einzige Radio-Hit der Platte werden, fühlen sich Sandow zu mainstreamig und "orgeln", so Wortlaut Kai Uwe Kohlschmidt, "Tronan Nitzo Dikanfas drüber."

Trotz Krawall höchst feinfühlig

Dabei sind "Sandow" trotz Verweigerungshaltung und Krawall eine höchst feinfühlige Band mit weit auslandendem, künstlerischem Kosmos. Auf ihrem neuen Album singen sie über verlorene Utopien und verschenktes revolutionäres Potential. Laute Gitarren und stampfende Beats reihen sich an zerbrechliche Arrangements und hörspielartige Zwischensequenzen.

Zum Konzert in der Volksbühne haben sich "Sandow" nicht weniger als sieben Gäste eingeladen: Schauspieler und Sänger sowie bildende und Video-Künstler sind dabei und es scheint so, als könnte heute Abend alles passieren. Nur kein Mainstream.

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