Symbolbild: Neubau in Berlin
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- IG BAU: "Wir brauchen deutlich mehr Sozialwohnungen"

Für die IG BAU zeigt sich mit dem Wohnungsangebot auf dem Markt unzufrieden: Die Zahl der Sozialwohnungen sei dramatisch zurückgegangen. Außerdem habe die Regierung bei der Wohnraumoffensive das Ziel komplett verfehlt, sagt Robert Feiger, Vorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt.

Die ursprüngliche Zielsetzung der Wohnraumoffensive sei gut, erklärt der Vorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Robert Feiger. So sollten bis zum Jahresende 2021 1,5 Millionen Wohnungen gebaut werden. Allerdings sagt er: "In der Ergebnisbetrachtung - also, was ist dabei herausgekommen? - ist das Ziel allerdings komplett verfehlt."

Demnach fehlen noch immer 300 000 Wohnungen, die angestrebt wurden. Mit den entstandenen 80 Prozent sei Feiger nicht zufrieden, betont er. Er übt auch Kritik an den entstandenen Wohnungen: Die Erstellung von sozialen Wohnungen von 100 000 in vier Jahren "ist jetzt nicht wirklich ehrgeizig".

"Geld reicht nicht für Bedarf an Sozialwohnungen aus"

 

Ende der 80er Jahre hat es 4 Millionen Sozialwohnungen in der BRD gegeben. Aktuell liege deren Anzahl bei 1,2 Millionen: "Wir brauchen deutlich mehr Sozialwohnungen."

Das vorgesehene Geld reiche nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf an Sozialwohnungen zu erfüllen, bemängelt Feiger. Es fehlt demnach vor allem bezahlbarer Wohnraum für Familien. Anders sehe es im Bereich hochpreisiger Wohnobjekte aus: "In München, in Berlin - teilweise Nettokaltmieten von über 20 Euro - da scheint der Markt zu funktionieren."

Forderung nach staatlichem Handeln: "Der Markt alleine wird es nicht regeln"

 

Der Vorsitzende der IG BAU fordert, den Sozialwohnungsbestand wieder aufzubauen. Um sozialen Wohnungsbau und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, müsse der Staat jährlich mindestens 6,5 Milliarden Euro in die Hand nehmen, "weil der Markt alleine wird es nicht regeln".

Ein Instrument wie der Mietendeckel sei zwar zur Behebung der aktuellen Situation ein wichtiges Instrument, aber er "schafft keinen neuen Wohnraum", so Robert Feiger.

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