Symbolbild: Reisekoffer Koffer Reise Herbstferien Corona (Bild: imago images/ Ralph Peters)
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- Stornierung bei Beherbergungsverboten: "Rechtlich schwierig"

Das Beherbergungsverbot hat zu Beginn der Herbstferien für viel Chaos gesorgt. Mittlerweile sind einige Bundesländer aber wieder davon zurückgetreten. Was bedeutet das für VerbraucherInnen beim Reisen? Darüber haben wir mit Robert Bartel von der Verbraucherzentrale Brandenburg gesprochen.

Die Gerichte, die das Beherbergungsverbot gekippt haben, haben das damit begründet, dass die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben sei. Der Einschränkung der Berufsfreiheit oder der Freizügigkeit stehe die Eindämmung des Infektionsgeschehens entgegen, erklärt Robert Bartel, Rechtsreferent der Verbraucherzentrale Brandenburg: "Nur das Beherbergungsverbot wird das Infektionsgeschehen nicht wesentlich einschränken."

Die Entscheidungen aus den Eilverfahren bieten demnach für die Verbraucher Sicherheit. Denn diese seien erst einmal bindend. Bis die Hauptverfahren entschieden werden, werde es noch einige Zeit dauern. Bis dahin werde es aber auch neue politische Entscheidungen geben, so Bartel. "Kurzfristige Reisen sind vor dem Hintergrund möglich."

 

Geld zurück bei Beherbergungsverboten? Bartel: "Rechtlich schwierig"

Die Situation von VerbraucherInnen an den Orten, an denen weiterhin ein Beherbergungsverbot gilt, sei anders. Ob sie etwa ihre Reise stornieren können und wie es finanziell aussieht, sei "rechtlich schwierig", erklärt Robert Bartel. Man müsse dafür den Einzelfall betrachten. Etwa, warum ein Corona-Test nicht gemacht werden konnte. Dazu gebe es auch noch keine Entscheidung, weil man sich in einem neuen Feld bewege. Bartel rät dazu, auf den Reiseanbieter zuzugehen, wenn eine Reise nicht angetreten werden kann.

Die Argumentation müsse dann lauten: "Es ist nicht möglich, dass er das anbietet, und dann kann er auch nicht das Geld dafür verlangen."

Welches Bundesland erlaubt was? - Stand 17.10.

  • Baden-Württemberg

  • Bayern

  • Berlin

  • Brandenburg

  • Bremen

  • Hamburg

  • Hessen

  • Mecklenburg-Vorpommern

  • Niedersachsen

  • Nordrhein-Westfalen

  • Rheinland-Pfalz

  • Saarland

  • Sachsen

  • Sachsen-Anhalt

  • Schleswig-Holstein

  • Thüringen

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