Symbolbild: Einzelhandel in Corona-Zeiten
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- "Ein fester Tag im Monat würde uns gewaltig helfen"

Der Einzelhandel leidet in der Corona-Krise unter Umsatzeinbrüchen und der Konkurrenz des Onlinehandels. Der Berliner Handelsvertreter Gottfried Kupsch fordert deswegen einen festgelegten verkaufsoffenen Sonntag pro Monat, um den stationären Handel wieder zu stärken.

Obwohl der Einzelhandel schon seit einer ganzen Weile wieder seiner Geschäfte öffnen darf, stehen viele LadeninhaberInnen vor einer unsicheren Zukunft. In Berlin könnte es im schlimmsten Fall passieren, dass ein Drittel der Geschäfte außerhalb der Lebensmittelbranche die Corona-Pandemie nicht überlebt.

Der Handelsverband plädiert deswegen dafür, dass Geschäfte öfter auch am Sonntag öffnen dürfen. Bisher geht das nur in Ausnahmesituationen. Auch Gottfried Kupsch, Vorstandsmitglied der AG City, einem Netzwerk aus Händlern und Unternehmen aus der westlichen Berliner Innenstadt, setzt sich für einen regelmäßigen verkaufsoffenen Sonntag ein.

Onlinehandel im Vorteil

Durch die Konkurrenz von Onlinehändlern wie Amazon habe der stationäre Handel mittlerweile einen klaren Wettbewerbsnachteil, erklärt Kupsch. "Der Onlinehandel hat sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang geöffnet.“

Der Inhaber einer Gewerbeimmobilienfirma fordert das Herausstellungsmerkmal des stationären Handels wieder stärker herauszuarbeiten. "Das Spezifikum des Einzelhandels ist das Erlebniseinkaufen und dazu gehört auch das Einkaufen am Sonntag“, so Kupsch.

In Berlin sei das noch einmal von größerer Bedeutung, weil viele Städtetouristen eben gerade auch am Wochenende nach Berlin kommen würden.

In der Corona-Pandemie sei das Erlebnis des Einkaufens in einem Geschäft mit FreundInnen stark eingeschränkt gewesen. Gleichzeitig habe der Onlinehandel nochmal deutlich zugenommen, sagt der Handelsvertreter. "Wir wollen die Menschen jetzt wieder zurück in die Innenstadt holen.“

Ein festgelegter Sonntag pro Monat

Auch der Berliner Senat unterstütze mittlerweile die Pläne der HändlerInnen auch sonntags zu öffnen, so Kupsch. Dagegen pochen Gewerkschaften auf den freien Sonntag, damit sich VerkäuferInnen gerade in der Pandemie zumindest einen Tag in der Woche erholen können.

Kupsch glaubt jedoch, dass sich auch viele MitarbeiterInnen den verkaufsoffenen Sonntag wünschen, "weil sie ihre Einkommenssituation auf den Sonntagszuschlag eingestellt haben und damit auch ihre Arbeitsplätze retten wollen.“

Der Handelsvertreter wünscht sich einen festgelegten Sonntag im Monat, an dem die Geschäfte öffnen dürfen, damit sich sowohl HändlerInnen als auch KundInnen darauf einstellen können. "Die jetzige Lösung - mal geöffnet, mal nicht - versteht kein Mensch“. Außerdem brauche man einen festen Termin, um parallel auch Veranstaltungen organisieren zu können, so Kupsch.