Symbolbild: Demonstrationen in Berlin
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- Die Angst vor einer Massenbewegung ist weg

Mehr als 20.000 Menschen haben am Samstag in Berlin gegen die Bundesregierung demonstriert und das "Ende der Pandemie" ausgerufen. rbb-Experte Olaf Sundermeyer glaubt dennoch nicht an neuen Aufwind für die sogenannten "Hygienedemos".

Eigentlich war die Welle der Corona-Proteste, der sogenannten "Hygienedemos" gegen die Krisenpolitik der Bundesregierung bundesweit abgeebbt. Wenn es nach den Veranstaltern des "Tags der Freiheit" geht, sollen die Proteste am Samstag in Berlin aber eine neue Welle auslösen.

Tausende DemonstrantInnen werden in der Hauptstadt erwartet, um das angebliche "Ende der Pandemie auf verschiedenen Demonstrationen auszurufen.

Herbeigeredeter Auftrieb

"Zumindest gefühlt haben die Corona-Proteste neuen Auftrieb“, sagt Olaf Sundermeyer von rbb24 Recherche, der die Proteste seit ihrem Entstehen beobachtet. Die Veranstalter der Proteste würden geradezu versuchen den Auftrieb herbeizureden.

Schon vor Wochen hatte der Stuttgarter Hauptveranstalter der Proteste angekündigt, mit 500.000 Menschen auf dem Tempelhofer Feld demonstrieren zu wollen. Tatsächlich wird am Samstag mit ungefähr 10.000 Demonstrierenden gerechnet. Vor allem aus Süddeutschland seien viele Menschen angereist, so Sundermeyer.

Zusammenstöße nicht auszuschließen

In Berlin kommen am Samstag Menschen aus einer bundesweiten Bewegung zusammen, die bisher sehr dezentral und heterogen agiert hat, sagt der rbb-Experte. Dabei treffen friedlichere Protestler aus Baden-Württemberg und Bayern auf krawallbereite Gruppierungen aus Berlin, organisierte Rechtsextremisten und Hooligans.

1.500 PolizistInnen sollen am Samstag im Einsatz sein, auch um Zusammenstöße mit den zahlreichen Gegendemonstrationen zu verhindern. Die Berliner Polizei betreibe einen hohen Kommunikationsaufwand sowohl mit den DemonstrantInnen als auch mit MedienvertreterInnen, die immer wieder ins Visier der Hygienedemos geraten würden. "Es lässt sich nicht ausschließen, dass es zu Zusammenstößen kommt“, sagt der rbb-Journalist.

Kaum Einfluss auf die Politik

Am Samstag soll ab 11 Uhr ein Umzug vom Brandenburger Tor durch das Regierungsviertel ziehen, bevor die vielen Corona-Proteste dann am Nachmittag an der Siegessäule alle zusammenkommen sollen.

Während die Politik zu Beginn der sogenannten "Hygienedemos“ in Stuttgart noch Angst vor einer entstehenden deutschlandweiten Massenbewegung gehabt habe, sei der Einfluss der Demonstrationen am Samstag in Berlin deutlich geschwunden, glaubt Olaf Sundermeyer. "Die Regierenden lässt diese Initiative völlig kalt.“