Erstwählerin Nadja (17) wirft am 14.09.2014 in Falkensee (Brandenburg) einen Wahlzettel in eine Wahlurne.
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- Studie zum Wahlalter ab 16: Politisches Interesse kann gefördert werden

21, 18 und nun 16? Professor Thorsten Faas hat an der Freien Universität Berlin eine Studie zum Wahlalter durchgeführt und sagt: Interesse und Wissen über Politik unterscheidet sich bei 16- bis 19-Jährigen nicht. "Man muss begründen, warum man Wahlrecht den Menschen vorenthält."

Professor Thorsten Faas von der Freien Universität Berlin hat angesichts seiner Studie zum Wahlalter betont, dass sich Wissen über und Interesse an Politik bei 16- bis 19-Jährigen nicht unterscheidet. Als Gruppe seien diese Teenager ähnlich ausgestattet mit Wissen und Interesse, sagte er.

Förderung von Schule und Eltern

"Es gibt nicht DIE 16-Jährigen oder DIE 17-Jährigen." Aber gerade in diesem Alter könne Interesse und Wissen könne gut über Schule und Eltern gefördert werden.

Volljährigkeit und Wahlrecht

Als Gegenargument für ein Wahlrecht ab 16 Jahren werde häufig die Volljährigkeit ab 18 Jahren ins Feld gefüht. "Es ist ein elegantes Argument", sagte Faas. Aber es sei nicht so, dass immer automatisch Volljährigkeit und Wahlrecht zusammenfielen. Im Gegenteil müsse man begründen, warum man Wahlrecht den Menschen vorenthält.

"Es ist kein Selbstläufer"

Es bestehe aber auch die Gefahr der sozialen Ungleichheit: "Es ist kein Selbstläufer." Wichtig sei Wahlwerbung auf allen Kanälen und für alle jungen Menschen unabhängig von der Schulform, sagte Faas.

Hintergrund

Die Wissenschaftler des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin haben für ihre Studie die Landtagswahlen vom 1. September vergangenen Jahres in Brandenburg und Sachsen untersucht - in Brandenburg durften 16- und 17-Jährige wählen, in Sachsen nicht.

Sie stellten fest, dass es zwar möglich sei, durch ein niedrigeres Wahlalter junge Menschen zu Hause oder in der Schule mit Politik in Verbindung zu bringen, allerdings vor allem "in privilegierten heimischen oder schulischen Kontexten". Es gelte sicherzustellen, "dass dies keine Maßnahme ist, die nur privilegierten Menschen Vorteile verschafft und dadurch bestehende, problematische Strukturen weiter festigt", heißt es in der Studie.

(Quelle: dpa)