Symbolbild: Mehrwertsteuersenkung per Konjunkturpaket, Stempel mit Aufschrift MEHRWERTSTEUERSENKUNG (Bild: picture alliance / imageBROKER)
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- "Der Mittelstand hat irren bürokratischen Aufwand"

Durch eine begrenzte Mehrwertsteuersenkung will die Bundesregierung die Wirtschaft in der Coronakrise ankurbeln. Christian Dürr, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender für Haushalt und Finanzen, wünscht sich hingegen direkte Steuererleichterungen für Unternehmen.

Die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer sei mit einem "irren bürokratischen Aufwand für kleine und mittlere Unternehmen verbunden", so Dürr. "Deswegen ist es mehr als fraglich, ob es funktioniert." Für viele Unternehmen entstünden zusätzliche Kosten, sie müssten kurzfristig Preise umetikettieren und Kassensysteme anpassen, sagte der FDP-Politiker.

FDP will Konjunkturhilfe über direkte Steuererleichterungen


Zudem hätte die Bundesregierung auf Anfrage des Normenkontrollrats erklärt, dass die Anpassung der Unternehmen an die neue Mehrwertsteuer nur fünf Minuten dauere. Das sei nicht realistisch, so Dürr. Seine Partei wünsche sich außerdem eine bessere und direktere Entlastung - beispielsweise bei der Einkommenssteuer oder beim Solidaritätszuschlag.

In einer idealen Modellrechnung, so der FDP-Politiker, würde ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland pro Monat 30 Euro sparen. Das sei besser als nichts - aber bei weitem nicht der Konjunktureffekt, den die Bürokratie und auch die Neuverschuldung des Bundes rechtfertige.

Hörtipp

Die Debatte um das Corona-Konjunkturpaket können Sie am 29.06.2020 ab 11.00 Uhr live im Livestream auf unserer Webseite und auf der App mitverfolgen.

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