Klima-Demonstranten vor dem Reichstag. (Bild: imago/Christian Mang)
imago/Christian Mang
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- "Klimahysterie" ist Unwort des Jahres

Dass die Klimadebatte das Jahr 2019 geprägt hat, wird keiner bestreiten. Große Worte fielen dort und eben auch Unworte. Die "Klimahysterie" hat es nun zum Unwort des Jahres geschafft. Ausgewählt vom Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU-Darmstadt. Deren Sprecherin Nina Janich ist bei uns im Interview.

"Klimahysterie" wurde zum Unwort des Jahres 2019 gewählt, weil es sowohl diskreditierend und diffamierend für die Klimaschutzbewegung ist und auch für die gesamte Klimaschutzdebatte, erklärt Jury-Sprecherin Nina Janich. Außerdem stärke der Begriff in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen, so Janich.

Das Thema Klima habe bei der Auswahl des Unworts immer wieder eine Rolle gespielt, sagt die Sprecherin des Instituts für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU-Darmstadt. Auch "Ökodiktatur", "CO2-Jünger" und "Klimaabsolutismus" waren in der Auswahl. "Aber bei Klimahysterie fanden wir sowohl die Pathologisierung einer unterstellten kollektiven Psychose und es ist auch eines der Wörter, die am breitesten verwendet werden in Politik, Wirtschaft und Medien", begründet Janich die Auswahl.

Unworte des Jahres seit 2000

2000 National befreite Zone

2001 Gotteskrieger

2002 Ich-AG

2003 Tätervolk

2004 Humankapital

2005 Entlassungsproduktivität

2006 Freiwillige Ausreise

2007 Herdprämie

2008 Notleidende Banken

2009 Betriebsratsverseucht

2010 Alternativlos

2011 Döner-Morde

2012 Opfer-Abo

2013 Sozialtourismus

2014 Lügenpresse

2015 Gutmensch

2016 Volksverräter

2017 Alternative Fakten

2018 Anti-Abschiebe-Industrie