Symbolbild: Fallender Börsenkurs (Bild: imago images/ hsimages)
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- Herbstprognosen: Warum die deutsche Wirtschaft schrumpft

Deutschland steuert auf eine Rezession zu - sie wird allerdings vorübergehen. Danach zeigt der Trend wieder leicht aufwärts. So lassen sich die Konjunkturprognosen von drei der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschland zusammenfassen. Stephan Kooths ist Leiter des Prognose-Zentrums im Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Er differenziert bei der Rezession nach Wirtschaftssektoren.

Deutschland rutsche in eine "technische Rezession", sagte Kooths. Dies bedeutet, dass in zwei Quartalen in Folge eine rückläufige Wirtschaftsentwicklung stattgefunden habe. War es im zweiten Quartal 2019 noch eine "homöopathisch negative schwarze Null", wird nun im dritten Quartal ein deutlicherer Rückgang erwartet, so der Wirtschaftsexperte: "Damit ist formal die Defintion einer technischen Rezession erfüllt." Für eine konjunkturpolitische Beurteilung greife dies aber viel zu kurz, so Kooths.

Wirtschaftssektoren unterschiedlich betroffen
Was derzeit passiere sei auch eine Ausbalancierung vergangener Überhitzungen am Markt. Das gehe natürlich mit dämpfenden Effekten einher. Außerdem sind unterschiedliche Sektoren unterschiedlich betroffen: Die Industrie gerate tatsächlich in eine Rezession, während die Bauwirtschaft im Vergleich dazu weiterhin "hochtourig agiert", sagte Kooths. Konsumnorientierte Dienstleistungen ordnete er als wiederum "robust" ein.

Autobranche spürt Rezession

Besonders in der Autobranche werde man die Rezession spüren, sagte der Wirtschaftsspezialist. Dies sei aber auch im Zusammenhang mit zyklischen Entwicklungen zu betrachten. Es handele sich bei Autos, so Kooths, um langlebige Güter und es werde im Voraus produziert. Dies kann zu Überschüssen führen. Auch die Debatten um die Antriebstechnik spiele ein wenig in die Rezession hinein. Aber auch die Handelskonflikte in der Welt beträfen die deutsche Autobranche.