Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (Bild: imago images/ Thilo Rückeis)
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- "Gute Infrastruktur fällt nicht vom Himmel"

Der aktuelle Verbraucherreport zeigt: Verbraucherschutz ist den Menschen wichtig. In einer repräsentativen Umfrage haben das mehr als 90 Prozent angegeben. Nur 17 Prozent der Befragten vertrauen aber darauf, dass die Politik sie gut schütze, das hat Klaus Müller im Inforadio erklärt. Er ist Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Zudem fehlt in Deutschland aus Verbrauchersicht eine ausreichende Internetversorgung.

Die befragten Verbraucher sehen Defizite bei Verträgen, die über Werbeanrufe abgeschlossen werden. Müller sagt, da könne die Bundesregierung die Lage ändern. Etwa wenn diese Verträge nur gültig werden, wenn sie auch schriftlich bestätigt werden. Oft tappten die Menschen in Kostenfallen. Sie beschweren sich demnach auch über unzureichende Informationen bei Finanzverträgen oder mangelnde Datensicherheit bei Internetbestellungen.  

Bessere Infrastruktur

Darüber hinaus gibt es laut dem Vorstand der Verbraucherzentrale ein großes Problem bei der Internetversorgung in Deutschland. Diese "ist teurer und schlechter als in vielen Nachbarländern", sagt er. Nachholbedarf besteht vor allem im ländlichen Raum.  "Dass die Telefonkonzerne das alleine machen, dieser Illusion hängt keiner mehr an. Hier muss die Bundesregierung ihre selbstgesteckten Versprechen endlich erfüllen", fordert er. Mit einem Fingerschnipp sei das nicht zu lösen.

Aber auch im Bereich der Pflegekosten oder der privaten Altersversorgung "ist die Politik gefragt, die Menschen nicht hängenzulassen", sagt Müller.

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