Kind mit Megaphon (Bild: imago images)
imago stock&people
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- Wie "Systemsprenger" Hilfesysteme an ihre Grenzen bringen

Im Film "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt rastet ein neunjähriges Kind aus - und das so regelmäßig und unbändig, dass sich bald keiner mehr zu helfen weiß. Das Kind hat auch bereits mehrere soziale Einrichtung erfolgslos durchlaufen. Benjamin Zwickel sieht viele Parallelen im Film zu tatsächlichen Fällen. Er ist Vorstand des Vereins "Freestyle". Im Inforadio erklärt er, in Berlin gäbe es etwa 1.500 bis 2.000 solcher Systemsprenger.  

Systemsprenger ist ein Begriff aus der Jugendhilfe. So werden Kinder und Jugendliche genannt, an denen die Jugendhilfeeinrichtungen verzweifeln. Oft kommen die Jugendämter mit ihren Hilfsangeboten bei diesen jungen Menschen an ihre Grenzen, erklärt Benjamin Zwickel.

Die Kinder und Jugendlichen seien oftmals nicht mehr in der Lage Beziehungen einzugehen, weil sie schon viele Beziehungsabbrüche erlebt haben. Viele von ihnen sind von klein auf in Hilfeeinrichtungen gewesen und so groß geworden.

Wichtig: Aufzeigen, dass Hilfe keine Einschränkung für Leben ist

Es gäbe Dinge, die die Kinder nie gelernt hätten. So können sie keine Regeln befolgen oder Grenzen akzeptieren. Der Verein "Freestyle" geht von 1.500 bis 2.000 Jugendlichen aus, bei denen keine Jugendhilfeeinrichtung mehr greife. Viele von ihnen leben auf der Straße.

Sein Verein versucht, für sie verlässliche Beziehungen und Kontinuität anzubieten. Dabei seien wenige aber klare Regeln wichtig. Dennoch gehöre es zur Arbeit, sich damit abzufinden, "dass viele dieser Jugendlichen am Ende nicht in den Normalitätszustand kommen." Sie könnten mit 18 oder 19 Jahren keine gesunden Entscheidungen für ihr Leben treffen. "Freestyle" leitet sie dann in Angebote der Erwachsenenhilfe über.

Mehr Informationen im www

Filminfo und Trailer finden Sie unter www.systemsprenger-film.de