Neuseeland, Christchurch: Polizisten stehen vor einer Moschee im Ortsteil Linwood (Bild: AP/dpa)
AP/dpa
Bild: AP/dpa

- Anschlag kostet 49 Menschen das Leben

Tödliche Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland haben weltweit für Entsetzen gesorgt. Bei den Angriffen in Christchurch wurden am Freitag mindestens 49 Menschen getötet. Einer der Angreifer, ein rechtsextremer Australier, filmte die Tat und übertrug sie live im Internet. Politiker weltweit äußerten sich bestürzt über die Tat. Aktuelle Informationen hat unsere Korrespondentin Lena Bodewein.

Die Opfer sind Mitglieder der muslimischen Gemeinden in Christchurch. Im ganzen Land gibt es etwa 50.000 Muslime, das sind rund ein Prozent der Bevölkerung.

Zunächst sei einer der vier bisher bekannten mutmaßlichen Täter in eine Moschee in der Innenstadt von Christchurch gegangen und habe dort das Feuer eröffnet. Viele Menschen wurden dabei getötet oder schwer verletzt. Danach ist er in eine weitere Moschee in einen Vorort gefahren. Zusätzlich gab es zwei andere Täter mit zwei Autos, die mit Sprengsätzen versehen waren, die die Armee mittlerweile entschärft hat. Insgesamt hat Polizei vier Personen festgenommen - drei Männer und eine Frau. Eine Person ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Einer der mutmaßlichen Täter - wohlmöglich zum derzeitigen Zeitpunkt der Haupttäter - ist Australier und 28 Jahre alt. Er bezeichnet sich selbst als Rechtsextremist und hatte zuvor ein rassistisches Manifest ins Internet gestellt, in dem er seine Tat ankündigt. Er habe sich zwei Jahre auf diese Tat vorbereitet.

Neuseeland ist tief geschockt
Die Premierministerin Jacinda Ardern hat dies scharf verurteilt: "Ihr habt uns ausgesucht wegen unserer Werte, wegen unserer Offenheit, wegen unseres Mitgefühls und unserer Toleranz." Sie werte die Tat als Terroranschlag.

Neuseeland habe eigentlich ein sehr strenges Waffengesetz, so Bodewein -  es wurde nach einem Amoklauf im Jahr 1992 verschärft. Doch Experten sagen, es gäbe Schlupflöcher in der Gesetzeslage. Die Tat traf Neuseeland unvorbereitet, die Täter standen auf keiner Beobachtungsliste. Neuseeland sei ein offenes und tolerantes Land, die Bevölkerung sei tief geschockt, so Bodewein.
Der Hauptverdächtige wird am Samstag dem Richter vorgeführt, Australien beteiligt sich an den Ermittlungen. Die Polizei in Christchurch ist weiterhin in höchster Alarmbereitschaft und empfiehlt den Anwohnern, zu Hause zu bleiben und nicht in die Moschee zu gehen.

Auch auf inforadio.de

Interview
Colourbox

Interviews

Hier müssen Politiker, Vertreter von Wirtschaft und Gesellschaft, Prominente, Künstler und Sportler Rede und Antwort stehen. Wir stellen Fragen, hören zu und haken nach.