Die Ortrander Eisenhütte GmbH (Bild: dpa)
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- Bürgermeister: Positive Entwicklungen werden ausgebremst

Die Stadt Ortrand liegt ganz im Süden von Brandenburg - der Weg nach Dresden ist deutlich kürzer als der nach Berlin. Und die Stadt profitiert im Moment ordentlich vom wirtschaftlichen Boom rund um Dresden, weil immer mehr Sachsen in Ortrand bauen wollen. Doch der Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg bremst die wirtschaftliche Entwicklung aus, sagte der Ortrander Bürgermeister Niko Gebel (CDU).

Immer mehr Sachsen wollen aus dem teuren Dresdner Speckgürtel raus und im Umland wohnen und bauen. Da bietet sich die Stadt Ortrand an - sie liegt mit dem Auto gut 50 Kilometer von Dresden entfernt, aber mehr als 150 Kilometer von Berlin. Doch der Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg bremst das Vorhaben aus - so sieht es Gebel. "Die Stadt steht positiv in den Startlöchern sich positiv zu entwickeln. Nach Jahren des Einwohnerschwunds haben wir jetzt Chancen, die aus beiden Richtungen kommen - aus Berlin, aber allen voran aus der Richtung Dresden-Leipzig", sagte der CDU-Politiker.

Dresden entwickle sich, Bosch und die BASF seien zwei große Arbeitgeber. In Ortrand selbst würden mittelständische Unternehmen 15 Millionen Euro investieren. "Das sind gute Zeichen, mit denen wir gerne arbeiten würden und auf die wir gerne antworten wollen", so Gebel.

Region möchte sich nicht abgehängt fühlen
Doch der Landesentwicklungsplan blockiere den Bau von Gewerbeflächen zwischen Ortrand und Senftenberg, da diese als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen würden. Der Landesentwicklungsplan begünstige damit den Berliner Speckgürtel und benachteilige eher die berlinfernen Räume, so Gebel. Ortrander Unternehmen seien zwar zum Landesentwicklungsplan befragt worden, ihre Ideen wurden aber lediglich zur Kenntnis genommen. Hinzu komme die Unklarheit, wo für die Beschäftigten der Unternehmen gebaut werden dürfe.

In Ortrand sei man "gerne Brandenburger", so der Bürgermeister. Doch man wolle sich auch nicht abgehangen fühlen. Er hofft, dass die derzeitige Landesregierung noch Einsicht zeige.

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