Symbolbild: Ein AfD-Anhänger mit einer AfD-Kappe
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- Weidenfeld: "Im AfD-Leitantrag bleibt von der EU nichts übrig"

Die AfD trifft sich ab Freitag in Riesa in Sachsen zum Europa-Parteitag. Politikwissenschaftler Prof. Werner Weidenfeld von der LMU München erklärte im Inforadio, die AfD habe sich von Anfang an als Anti-EU-Partei verstanden - und handle auch jetzt wieder nach dieser Prämisse.

"Als die AfD gegründet wurde, hatte sie damals ein Thema: Gegen den Euro zu sein", erläutert Weidenfeld. Erst als dieses Thema nicht mehr so präsent war, seien andere Themen dazugekommen, wie etwa die Einwanderung. "Sie müssen im Auge behalten: Die AfD ist eine Protestpartei mit populistischem Ansatz", betonte der Politikwissenschaftler. Deswegen suche sie immer nach etwas, wogegen man mobil machen könne. "Und so hat sie jetzt wieder - wie am Anfang - Europa gefunden und das liegt in ihrer Kontinuitätslinie."

Das gehe auch eindeutig aus dem Leitantrag hervor, den die AfD in Riesa besprechen wolle. "Wenn Sie mal nachlesen, was sie da wollen, dann bleibt von dieser EU nichts übrig", betonte er. "Sie treten zu einer Wahl zu einem Parlament an, das sie aber eigentlich in dieser Form abschaffen wollen."

Dass AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen im Inforadio-Interview durchaus auch die Verdienste der EU gewürdigt hat, hält Weidenfeld für eine Strategie: "Wenn Sie als Vorsitzender clever sind, sagen Sie nebenher auch mal was Freundliches zu Europa, damit nicht jeder sofort als erstes verstört ist, sondern ihm weiter zuhört."  

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