Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im November 2017 im Bundestag - sie ist halb von einer Säule verdeckt (Bild: dpa)
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- Eine geht - und wer kommt jetzt?

Das gab es bei der CDU sehr lange nicht mehr: eine Kampfkandidatur um den Parteivorsitz. Zuletzt war das vor mehr als 47 Jahren der Fall. Die Inforadio-Hauptstadtkorrespondenten Alex Krämer und Marcel Heberlein berichten in einem ausführlichen Feature über Merkels Rückzug an der Parteispitze und stellen die drei Bewerber um ihre Nachfolge vor. 

HINTERGRUND

Eine Kampfkandidatur um den CDU-Parteivorsitz ist fast ein halbes Jahrhundert her. Am 4. Oktober 1971 trat Helmut Kohl, damals Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, auf dem Bundesparteitag in Saarbrücken gegen Unions-Fraktionschef Rainer Barzel an. Kohl kam auf 174 Stimmen, Barzel auf 344. Zwei Jahre später löste Kohl Barzel dann ab - es begannen Kohls 25 Jahre als CDU-Vorsitzender. Am Freitag geht es auf dem Parteitag in Hamburg nun um die Nachfolge von Angela Merkel, die seit 18 Jahren im Amt ist.

Wer kandidiert?

Drei Kandidaten sind bisher offiziell vorgeschlagen worden - sie haben die besten Chancen. Dies sind die derzeitige Generalsekretärin und frühere saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (56), der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (63) und Gesundheitsminister Jens Spahn (38).

Daneben hatten laut CDU weitere 14 Mitglieder ihre Bereitschaft zu einer Kandidatur angemeldet - wie viele von ihnen mittlerweile ihr Vorhaben zu den Akten gelegt haben, war zuletzt unklar. Nach den Statuten müssten sie allerdings für eine Kandidatur auf dem Parteitag förmlich von mindestens einem Delegierten vorgeschlagen werden.

In der Partei wird damit gerechnet, dass zumindest der hessische Unternehmer Andreas Ritzenhoff zur Wahl vorgeschlagen wird. Wie viele Kandidaten es am Ende tatsächlich gibt, ist allerdings noch offen. Der Parteitag muss am Freitag zunächst darüber bestimmen, bis zu welchem Zeitpunkt keine weiteren Wahlvorschläge abgegeben werden dürfen.

Wer entscheidet?

Insgesamt 1001 Delegierte des Bundesparteitags. 1000 Delegierte werden laut CDU-Statut von den Landesverbänden, den Kreis-, Bezirks- oder Landesparteitagen gewählt. Dazu kommt ein Delegierter des Auslandsverbandes in Brüssel. Die CDU hat 17 Landes-, 27 Bezirks- und 327 Kreisverbände. Von den 1000 Delegierten der Landesverbände werden 200 im Verhältnis der bei der jüngsten Bundestagswahl für die einzelnen CDU-Landeslisten abgegebenen Zweitstimmen, 800 im Verhältnis der Mitgliederzahlen der Landesverbände entsandt.

Die mit Abstand meisten Delegierten kommen aus Nordrhein-Westfalen. Der Bundesparteitag beschließt über die Grundlinien der Politik der CDU und und das Parteiprogramm. Die Delegierten wählen außerdem die stellvertretenden Parteivorsitzenden, das Präsidium und den Bundesvorstand - darunter die oder den Vorsitzenden.  

Wie wird gewählt?

Die Wahl des neuen Parteichefs oder der neuen Parteivorsitzenden ist laut Statut geheim und erfolgt durch Stimmzettel. Gewonnen hat, wer die absolute Mehrheit der gültigen abgegebenen Stimmen erhält. Falls im ersten Wahlgang kein Kandidat eine absolute Mehrheit bekommt, entscheidet in einem zweiten Wahlgang eine Stichwahl zwischen den beiden höchstplatzierten Kandidaten. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen zählen für die Ermittlung der Mehrheit nicht mit. 

(Quelle: dpa)

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