Vor 80 Jahren brannten die Synagogen

Was die Nazis zynisch als "Reichskristallnacht" verharmlosten, ist heute bekannt unter dem Namen "Novemberpogrome": am 9.November 1938, vor genau 80 Jahren, wurden in Deutschland tausende Synagogen und jüdische Geschäfte angezündet oder auf andere Weise zerstört. Das Datum gilt als Auftakt für den Völkermord an den europäischen Juden, den Holocaust. Unsere Interviews und Beiträge zu dem heutigen Gedenktag haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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Historische Aufnahme der Breiten Straße in Pankow (Bild: privat)
privat

Das Schicksal der Familie Singermann

Nicht nur die Synagogen brannten, an diesem Freitag vor 80 Jahren in Deutschland. Hinzu kamen eingeschlagene Schaufenster jüdischer Geschäfte, die dem Naziterror mit zahlreichen Opfern den zynischem Namen gaben: "Reichskristallnacht“. Glasscherben lagen damals auch gegenüber dem Rathaus Pankow auf dem Bürgersteig. Und auch aus Pankow flohen in der Folge Juden ins Ausland, wenn sie durften und bezahlen konnten. Matthias Schirmer erzählt eine Geschichte, die im Norden Berlins beginnt und nach Schottland führt.

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  • Junge Juden in Deutschland I 

    08.11.2018, Berlin: Zwei Frauen stehen am Denkmal für die ermordeten Juden Europas als die Lesung aus dem Gedenkbuch des Landes Berlin mit den Namen der 55.696 ermordeten Berliner Jüdinnen und Juden über Lautsprecher zu hören ist.
    dpa

    Fr 09.11.2018 | 06:25 - Tomer Dreyfus: "Man muss irgendwann zusammenleben"

    Rund 120.000 Jüdinnen und Juden leben heute in Deutschland. Aber was bedeutet das heute: Jüdisch sein in Deutschland?  Das wollte Inforadio-Reporterin Carolin Haentjes gerade von Jüngeren wissen – und hat Tomer Dreyfus getroffen. Er kam vor acht Jahren aus Israel nach Berlin und nähert sich seitdem dem Land und der Kultur vor allem durch die Sprache.

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    Fr 09.11.2018 | 09:05 - Dalia Grinfeld: "Versöhnung ist möglich"

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  • Veranstaltungen in der Region 

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    dpa/Michael Kappeler

    Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome

    Am 9. November 1938 zerstörten die Nazis Synagogen und jüdische Geschäfte. Damals seien Vorurteile in Gewalt umgeschlagen, begleitet von Schweigen, sagte die Bundeskanzlerin Merkel beim Gedenken in einer Berliner Synagoge. Solch etwas dürfe nie wieder geschehen.

  • Novemberpogrome 1938 

    Ein historisches Foto vom 10.11.1938 zeigt einen Mann, der am Tag nach der "Reichskristallnacht", dabei ist die Scherben eines zerbrochenen Fensters eines jüdischen Geschäfts in Berlin aufzukehren. (Bild: dpa)
    dpa

    Der Auftakt zum Massenmord

    Synagogen werden angezündet, Geschäfte zerstört, Polizei und Feuerwehr schauen zu: Mit den Novemberpogromen im Jahr 1938 tritt die Gewalt gegen Juden in Deutschland offen zutage. In kaum einer Stadt sind die Exzesse so heftig wie in Berlin. Von Felix Edeha

  • 9. November 1938 

    Historisches Foto - Ein zerstörtes und geplündertes jüdisches Geschäft in Berlin nach der "Reichskristallnacht" am 9.11.1938 (Bild: dpa/akg)
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    Die Nacht, als die Gewalt eskalierte

    Zahllose Übergriffe auf jüdische Geschäfte und Synagogen waren die Folge der Novemberpogrome im Jahr 1938. Doch wie kam es zu diesem Gewaltexzess? Und welches Ausmaß nahm der antisemitische Terror an?

  • Interaktive Karte zu Novemberpogromen 

    Die Synagoge in der Fasanenstraße nach der Kristallnacht am 9. November 1938. (Quelle: dpa/CPA Media/Pictures From History)
    dpa/CPA Media/Pictures From History

    Was aus den Synagogen in Berlin und Brandenburg wurde

    In der Pogromnacht am 9. November 1938 brannten die Nazis viele Synagogen und Gemeindehäuser in Berlin und Brandenburg nieder. rbb|24 zeigt auf einer interaktiven Karte eine Auswahl der Gotteshäuser - und was in der Nacht mit ihnen geschah.

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    "Ich möchte, dass Juden sagen: Es ist gut, hier zu leben"

    Unter dem Titel "Weil wir hier leben wollen" startet am Montag ein erster Jüdischer Zukunftskongress in Berlin. Der liberale Rabbiner Walter Homolka hat ihn mitorganisiert. Im Interview sagt er, wo genau er Gesprächsbedarf sieht.

  • Jüdisches Leben in der DDR 

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    Der Schächter kam jede Woche aus Ungarn

    Koscheres Fleisch und die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Alten Synagoge in Potsdam, aber auch Hetze gegen Israel: Jüdische Menschen erlebten in der DDR ein ambivalentes Verhältnis zu ihrer Religion. Von Wolfgang Heidelk

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    Bau der neuen Potsdamer Synagoge besiegelt

    Während der Novemberpogrome 1938 war die alte Potsdamer Synagoge geschändet und später im Krieg zerstört worden. Ein jahrelanger Streit verhinderte den Bau einer neuen Synagoge - bis jetzt: Am Mittwoch wurde der Baubeginn besiegelt. Von Claudia Baradoy