ARCHIV - Illustration - 01.06.2018, Berlin: Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man das Logo von Facebook.
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- Eltern dürfen Facebook-Konto der toten Tochter einsehen

Facebook muss den Eltern eines toten Mädchens als Erben Zugang zu dem seit fünfeinhalb Jahren gesperrten Nutzerkonto der Tochter gewähren. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in letzter Instanz entschieden.

Die Richter hoben am Donnerstag ein Urteil des Berliner Kammergerichts auf, das die Sperre unter Verweis auf das Fernmeldegeheimnis bestätigt hatte. Die Eltern erhoffen sich von den privaten Inhalten der Seite Aufschluss über die Todesumstände der 15-Jährigen.

Auch Briefe und Tagebücher gingen an die Erben über, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Herrmann bei der Urteilsverkündung. Es bestehe kein Grund, digitale Inhalte anders zu behandeln. Die Tochter habe mit Facebook einen Nutzungsvertrag geschlossen, und die Eltern seien als Erben in diesen Vertrag eingetreten. (Az. III ZR 183/17)

Facebook hatte die Seite nach dem Tod des Mädchens im sogenannten Gedenkzustand eingefroren. Die Eltern konnten sich deshalb auch mit Passwort nicht mehr anmelden. Der US-Konzern wollte die Konto-Inhalte nicht freigeben, weil die Freunde des Mädchens darauf vertraut hätten, dass die ausgetauschten Nachrichten privat blieben.

Wie sorgt man digital am besten vor? Die wichtigsten Tipps finden Sie hier.

Fragen und Antworten zum facebook-Fall

  • Worum geht es genau?

  • Was genau bedeutet es, wenn ein Konto im Gedenkzustand ist?

  • Wie wurde in den Vorinstanzen entschieden?

  • Wird jetzt in dem Fall das letzte Wort gesprochen?

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Wollte ihre Tochter sterben - oder war es ein Unglück? Der Tod einer 15-Jährigen in einem Berliner U-Bahnhof lässt den Eltern keine Ruhe. Antworten erhoffen sie sich von privaten Inhalten der Facebook-Seite des Mädchens. Am Donnerstag hat der Bundesgerichtshof den Konzern gezwungen, den Erben das Konto freizugeben. "Wir brauchen eine gesetzliche Regelung, weil Grundrechte betroffen sind", sagt Volker Boehme-Neßler, Professor für Medien- und Telekommunikationsrecht an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, vor der Urteilsverkündung.

Das Facebook- Login auf einem Smartphone
imago/ZUMA Press

Facebook-Account geht an Erben über

Es ist eine traurige Geschichte, die hinter dem Urteil des Bundesgerichtshofs steht: Ende 2012 stürzte ein 15-jähriges Mädchen in Berlin vor eine U-Bahn und starb. Bis heute ist nicht klar, was der genaue Hintergrund ist – ob es ein Suizid war oder nicht. Auch um das herauszufinden, wollten die Eltern Einblick in ihr Facebook-Account nehmen. Und das dürfen sie auch, entschied am Donnerstag der BGH. Unser Gerichtsreporter Bernd Wolf erläutert die Urteilsbegründung.