VW Verwaltungsgebäude mit VW Auspufftopf
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Bild: imago/Rust

- Hässliche Versuche für hässliche Autos

Am Wochenende hat der VW-Abgas-Skandal eine hässliche Fußnote dazu bekommen. Es wurde nämlich bekannt, dass in den USA im Rahmen einer Studie Affen gezielt Dieselabgasen ausgesetzt wurden, um nachzuweisen, dass die Schadstoffbelastung durch diese Abgase deutlich abgenommen hat. VW soll federführend an dieser Studie mitgewirkt haben - ein Thema, das auch Kolumnistin Renée Zucker umtreibt.

Bevor wir jetzt zu diesem tatsächlich sehr schwierig zu lösenden Problem kommen, dass sich vermutlich heute Morgen wenigstens die Hälfte aller VW-Fahrer mit großem Schamgefühl in ihr Auto setzten und wir darauf warten, dass demnächst die Meldung kommt, VW Deutschland habe zum Beweis für die Unschädlichkeit ihrer Diesel-Fahrzeuge sieben Mütter mit Buggys in Auspuffhöhe für eine Studie gewonnen, bevor also diese Meldung kommt und wir uns wundern, wieso ausgerechnet eine Autofirma dauernd auffällt, von der ein Bundesland 20,2 % Anteile und ein Vetorecht besitzt, bevor wir in großen Zorn über die Welt geraten, widmen wir uns lieber dem Alltagsgeschäft.

Da wäre zum Beispiel Sibylles Rat, man solle in diesen Tagen unbedingt einen Seidenschal mit sich führen, den man - wenn man denn keinen hässlichen VW besitzt - in öffentlichen Verkehrsmitteln vor Mund und Nase wickelt, um nicht Opfer eines der unzähligen Grippeviren zu werden. Es sei denn, man ist geimpft, allerdings nur mit dem vierfachen Wirkstoff, den umsichtige Risikogruppenpatienten -  bis vor einer Woche jedenfalls noch - privat bezahlen mussten, wenn sie Kassenpatient waren.

Aber auch mit den wirksamsten Impfstoffen ist man noch nicht auf der sicheren Seite: Man muss sich zusätzlich noch vor defätistischem Gedankengut hüten. Sollte Sie jemand fragen, ob sie sich genug bewegen, sagen Sie unbedingt begeistert - auch gegen besseres Wissen! - und ganz laut "JA"! Denn, wenn man nur denkt, dass man sich nicht genug bewegt, stirbt man früher - selbst, wenn das gar nicht stimmt. Das hat eine Studie der Stanford University mit immerhin 60.ooo Teilnehmern rausbekommen - und wirft natürlich die Frage auf, ob man sich als VW-Fahrer morgens wirklich schämen muss oder ob dadurch die Unfallgefahr vergrößert wird. Ich werde das bedenken, wenn ich mich in mein hässliches Auto setze.

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Mops vor dem Berliner Dom (Bild: imago)

Hundert Sekunden Leben

Renée Zucker und Thomas Hollmann filtern mit wachen Sinnen hundert Sekunden aus dem Leben und stellen sie uns vor: Prägnant, verspielt und auf den Punkt.