Junge Schweine in einer Schweinmastanlage in Haßleben
imago/Rainer Weisflog
Bild: imago/Rainer Weisflog

- Holländische Schweinereien

Gouda, Carrell, lustige Holzpantoffeln - wir haben den Hollä - Verzeihung - Niederländern eine Menge zu verdanken. Aber muss das wirklich sein, dass sie Schweine in Brandenburg parken wollen? Vor allem: Extrem viele Schweine auf extrem wenig Brandenburg? Auch wenn die geplante Anlage in Haßleben letzten Endes nicht Realität geworden ist - Renée Zucker findet alleine den Versuch schon eine Sauerei!

Zum Abschluss unserer Woche für das schöne, empfindsame, kluge Schwein, - ob fleisch -, schlamm- oder anthrazitfarben - hier mal eine gute (zumindest eine halbgute) Nachricht: Nach über 14jährigem Kampf ist es Ende des vergangenen Jahres der Bürgerinitiative Haßleben im Boitzenburger Land der Uckermark zusammen mit BUND und NABU gelungen, die geplante Schweinemastanlage eines Niederländers für 37.000 Tiere zu verhindern. Das Verwaltungsgericht Potsdam befand entgegen der Genehmigung des Landesumweltamts baurechtliche Mängel und hob die Genehmigung auf. Zunächst mal, denn der Investor und das sogenannte Umweltamt halten sich juristische Schritte offen -  und erst mal nur dieses Gebiet betreffend.

Brandenburg ist groß und wird immer menschenleerer. Da lassen sich sicher  zu den schon vorhandenen noch jede Menge Großmastanlagen planen. "Warum müssen wir Privaten eigentlich dafür bezahlen, dass Behörden und Gerichte Erkenntnisgewinn bekommen, um so einen Quatsch zurückzupfeifen?" schrieb einer aus der Bürgerinitiative Haßleben, der in diesen 14 Jahren Zeit, Nerven und Geld in den Kampf gegen das Mastschweinlager gesteckt hat und man kann ihm nur recht geben. Warum sind Politiker und Behörden immer die Letzten, die verstehen?

Man könnte auch fragen, was im Kopf von jemandem vorgeht, der 37.000 Tiere mästen und töten will und warum eigentlich aus den Niederlanden immer so viel überflüssiges Zeug kommt wie fade Tomaten, scharfe Gülle und mörderische Großmastanlagen. Sie haben doch  gute Künstler, Käse und Klotschen, alles ehrenwerte Exportartikel. Meinetwegen noch ihre Fernsehleute, muss man ja nicht gucken. Ja, auch die Tulpen sind okay. Aber diese dauernde Unangenehmer-Mist-Präsenz, das macht wirklich keinen guten Leumund. Holländer! Ihr hattet die Molukken und Südafrika, habt Nordsee, Pommes, und Vanille-Fla. Lasst die Schweine in Ruhe.

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Mops vor dem Berliner Dom (Bild: imago)

Hundert Sekunden Leben

Renée Zucker und Thomas Hollmann filtern mit wachen Sinnen hundert Sekunden aus dem Leben und stellen sie uns vor: Prägnant, verspielt und auf den Punkt.