Philipp Lahm mit dem Karl Valentin Orden
imago/Spöttel Picture
Bild: imago/Spöttel Picture

- Aufgepumpte Komik

Philipp Lahm ist der neue Träger des Karl-Valentin-Ordens. Die Münchener Karnevalsgesellschaft "Narrhalla" hat den ehemaligen Fußballer am Wochenende mit dem Preis geehrt. Unser Kolumnist Thomas Hollmann kann das immer noch nicht komisch finden.

Nun ist Philipp Lahm sehr nett und immer ordentlich angezogen, aber als Vertreter des anarchischen Witzes war mir unser Weltmeister bislang noch nicht aufgefallen. Dafür den Faschingsfreunden der Narrhalla, die ihren Orden alljährlich für die "humorvollste, hintergründigste Bemerkung im Sinne von Karl Valentin" vergeben.

"Die meiste Luft hat der Ball." Das ist die prämierte Bemerkung, die Philipp Lahm allerdings schon 2009 getätigt hat, nach einem Länderspiel in Dubai, wo alle ziemlich platt waren, weil es so heiß war, weshalb die meiste Luft eben noch der Ball hatte. Für mich hört sich das eher logisch als nach Valentin an. Hätte der ohnehin gefragt: "War das gestern oder im 3. Stock?".

Mein Verdacht ist, die Narren der Narrhalla haben Philipp Lahm nur deshalb ihren Orden verliehen, weil Deutschland ohne ihn wohl nicht Weltmeister geworden wäre. Da hält sich die Häme in Grenzen. Und Häme gab es reichlich für die Münchener Spaßgesellen, nachdem die ihren angeblichen Anarcho-Award den Klitschko-Brüdern, Til Schweiger, Horst Seehofer und Heino zuerkannten. In dieser Reihenfolge. Woraufhin die Karl-Valentin-Gesellschaft protestierte, Name und Ansehen des Komikers würden gedankenlos verunglimpft.

Und jetzt ein Fußballer. Dabei mochte der Valentin Fußball gar nicht, weil er auf dem Fußballplatz immer so eine Fußballplatzangst bekomme. Und wenn schon ein Weltmeister-Zitat, dann doch Andreas Brehme: "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß". Da klebt die schicksalhafte Unausweichlichkeit quasi am selbigen.

Wobei,- so stark ist dieses Fußball-Dada nun auch nicht, dass die Narrhalla damit ihren Heino abstreifen könnte.

Zurück zur Übersicht

Mops vor dem Berliner Dom (Bild: imago)

Hundert Sekunden Leben

Renée Zucker und Thomas Hollmann filtern mit wachen Sinnen hundert Sekunden aus dem Leben und stellen sie uns vor: Prägnant, verspielt und auf den Punkt.