ARCHIV: Nürnberger Prozess IMT Blick auf die Angeklagten während des Prozesses gegen die Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärtribunal IMT, bei dem 22 Anführer von Nazi-Deutschland vor Gericht standen (Bild: imago images/Reinhard Schultz)
imago images/Reinhard Schultz
Bild: imago images/Reinhard Schultz

- Juristische Aufarbeitung des Nationalsozialismus

Vor 75 Jahren fand der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess gegen die Spitzen des nationalsozialistischen Staates mit der Urteilsverkündung seinen Abschluss. Doch die juristische Ahndung von Unrecht aus der NS-Zeit dauert an, heute mit den wohl letzten Verfahren gegen frühere KZ-Mitarbeiter.

Dieser erste Nürnberger Prozess, dem zwölf weitere folgten, wurde auch deshalb international viel beachtet, weil mit dem Internationalen Militärgerichtshof der erste Versuch einer juristischen Aufarbeitung von Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und solche gegen die Menschlichkeit gemacht wurde.
Von den gegnerischen Juristen, hier zu hören Robert Kempner als Vertreter der Anklage als auch Otto Kranzbühler, Verteidiger des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Karl Dönitz, wurden die Ziele und Folgewirkungen des Prozesses allerdings unterschiedlich interpretiert. In den 60er Jahren konnten Vertreter wie Otto Kranzbühler noch unwidersprochen die Spitzen des nationalsozialistischen Staates als verantwortlich handelnde Politiker darstellen.

Außerdem in der Sendung: Prozessbeginn in Itzehoe gegen eine 96-jährige ehemalige KZ-Sekretärin, die wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 11000 Fällen angeklagt ist.
Und: Streit um das Gedenken an das Verbrechen in Babyn Jar, jene Schlucht in der ukrainischen Haupstadt Kiew, in der vor 80 Jahren Zehntausende Menschen von Deutschen ermordet wurden.