Deutsche Kolonien, Sammelbild Kaiser-Wilhelms-Landresden von 1936. Ein Sammelband herausgegeben vom Cigaretten-Bilderdienst Deutsche Kolonien. Ein Sammelband herausgegeben vom Cigaretten-Bilderdienst Dresden von 1936. (Bild: imago images/Arnulf Hettrich)
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- Deutscher Kolonialismus in Neuguinea

Bei deutschem Kolonialismus denkt man häufig an die verübten Gräueltaten in Deutsch-Ostafrika. Doch auch im südostasiatischen Raum waren deutsche Missionare schon Ende des 19. Jahrhunderts präsent. Im Roman "Dein ist das Reich" arbeitet Katharina Döbler die Geschichte ihrer Familie auf. Von Harald Asel

Seit einiger Zeit wird das Thema Kolonialismus in der deutschen Öffentlichkeit stärker thematisiert. Dabei geht es meist um die früheren deutschen Kolonien in Afrika und die dort verübten Gräuel. Andere Regionen bleiben – noch – unterbelichtet. Der südostasiatisch-ozeanische Raum etwa. Dabei waren dort erst eine private deutsche Handelsorganisation, schließlich ab 1899 das Kaiserreich als Herrschaftsmacht präsent, auf vielen kleinen Inseln und auf einer großen, zu der das heutige Papua-Neuguinea, östlich von Indonesien, gehört.

Großeltern als Missionare

 

Genau dort spielt der Roman "Dein ist das Reich“ von Katharina Döbler, Jahrgang 1957. Es ist die literarische Version der Geschichte ihrer eigenen Familie. Die Großeltern leben als Missionare aus dem fränkischen Neuendettelsau über das nominelle Ende der deutschen Kolonie nach dem 1. Weltkrieg hinaus in der Fremde. Es ist die Suche einer Ich-Erzählerin nach der Wahrheit hinter den abgeschmirgelten Anekdoten und nach dem, was in den Verschweigungslücken lauert. Das Buch erscheint in Kürze im Claassen Verlag. Ein Gespräch von Harald Asel mit Katharina Döbler.

Das Buch

Katharina Döbler: Dein ist das Reich
480 Seiten
Verlag Claassen
24,00 Euro