ARCHIV 1965: Konzert der Rolling Stones in der Waldbühne (Bild: rbb)
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- Schicksalsjahre: Das Jahr 1965

Das Tauwetter ist 1965 vorbei, der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow ist zum Rücktritt gezwungen worden. Mit Leonid Breschnew beginnt die lange Zeit der Stagnation. In der DDR werden auch Popmusik und moderne Filme zum Schlachtfeld ideologischer Auseinandersetzung.

Höhepunkt der Kampagne ist das 11. Plenum des ZK der SED. Nihilismus, Skeptizismus, Pornographie – so hallt es den Künstlern entgegen. Bücher und Musikgruppen werden verboten. Aber auch ein ganzer Film-Jahrgang der DEFA verschwindet im Giftschrank. Die Hoffnung auf Liberalität im Schatten der geschlossenen Grenze ist damit endgültig vorüber.

Aber von Ost-Berlin aus lassen sich die Veränderungen im Lebensstil jenseits der Mauer zumindest registrieren. Dort in West-Berlin wird die jugendliche Subkultur immer hör- und vor allem sichtbarer, sehr zum Kopfschütteln der Erwachsenen. Die Haare werden länger – und die Beat-Musik sorgt für das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Beim Konzert der Rolling Stones bricht es sich besonders heftig Bahn: Die Waldbühne wird zerlegt.

Für Hertha BSC läuft das Jahr nicht gut: Ein Skandal um zu hohe Handgelder führt nach nur zwei Jahren Bundesliga zum Zwangsabstieg. Gleichzeitig erhält die höchste deutsche Spielklasse ihr jetziges Gesicht mit 18 Mannschaften. Mit dabei: die völlig überforderte Mannschaft vom SC Tasmania 1900.

Politisch brisant ist die Lage, als der Bundestag in der Berliner Kongresshalle tagt. Transitreisende berichten über stundenlange Wartezeiten bei den Abfertigungen, sowjetische Kampfflugzeuge donnern über den Himmel – in den nun auch das Europacenter ragt.

Und neben Kosmonauten und Astronauten kommt auch die Queen nach Berlin – und spricht berührende Worte: Nirgendwo ist die Tragödie einer geteilten Welt evidenter als in dieser Stadt.

"Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt", eine Chronik in 30 Folgen – in Zusammenarbeit mit dem rbb Fernsehen.

Sendung

Historische Zeichnung, 19. Jahrhundert, Revolte in einer fränkischen Stadt im 12. Jahrhundert (Bild: imago)

Geschichte

Anhand von Reportagen, Gesprächen und Debatten widmet sich das Magazin dem Spannungsfeld zwischen gestern und heute. "Geschichte" sucht nach dem Wirken von Strukturen, Institutionen und Weltanschauungen, will Vergangenes sinnlich erfahrbar machen und Denkanstöße geben. Außerdem: Veranstaltungs- und Lesetipps.

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Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt (Bild: rbb)
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Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt

Die Jahre zwischen 1961 und 1990 waren echte Schicksalsjahre für Berlin. Dieser besonderen Zeit widmet sich das Projekt "Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt" im rbb Fernsehen und im Inforadio mit einer 30-teiligen Dokumentationsreihe.