Französische Soldaten und Harkis im Algerienkrieg (Bild: imago/Leemage)
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- Die Aufarbeitung des Algerienkrieges

Im Algerienkrieg kämpften die Harkis-Algerier auf der Seite Frankreichs gegen die Unabhängigkeitsbewegung im eigenen Land. In der französischen Kolonie kamen damals Hunderttausende ums Leben, schwere Verbrechen wurden von beiden Seiten begangen. Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, mehrere Harkis-Algerier in die Ehrenlegion aufzunehmen. Dies und andere Themen hat Moderator Harald Asel.

In Frankreich spielt die Auseinandersetzung mit dem Algerienkrieg auch 56 Jahre nach dessen Ende eine große Rolle. Nach Kriegsende waren zehntausende Harkis schutzlos in Algerien zurückgeblieben. Viele von ihnen wurden von den siegreichen Revolutionären massakriert, andere oft unter schlimmen Bedingungen nach Frankreich gebracht. Nach Jahrzehnten des Schweigens fing man an, die alten Kämpfer zu würdigen. 2003 ernannte der damalige Präsident Jacques Chirac den 25. September zum Ehrentag der Harkis. Einen weiteren Schritt geht nun Präsident Emmanuel Macron mit der Aufnahme in die Ehrenlegion. Anders als seine Vorgänger scheint Macron auch gewillt, die Verantwortung seines Landes im Algerienkrieg neu aufzuarbeiten. So habe Frankreich der Folter in Algerien Vorschub geleistet und er fordere Zeitzeugen dazu auf, vergangene Verbrechen der französischen Armee zu dokumentieren und aufklären zu können. Marine Le Pen, Vorsitzende der Rassemblement National, lehnt dies ab und sieht darin lediglich den Zweck, die Franzosen zu spalten.  

Die Vergangenheit in der Natur erforschen

Italien – klassisches Reiseland des Adels auf der Grand Tour und lange Zeit Sehnsuchtsort der Deutschen. Die Reisenden bewegten sich auf Wegen, die selbst eine jahrhundertealte Geschichte hatten. Diesen Wegen ist Arnold Esch, der frühere Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Rom, nachgegangen. Sein Ziel: Die Vergangenheit nicht nur in Handschriften und Büchern zu suchen, sondern auch in der Natur. Die römischen Straßen, die sich durch die Landschaft bahnen, tragen noch heute ihren antiken Namen. Der Historiker und Archäologe sucht im Gelände nach dem alten Pflaster, entdeckt alte Brücken und Kirchen. Bis heute sieht man die Effekte, die den Untergang des römischen Reiches nach sich zog. Das Land war mit der Völkerwanderung unsicher geworden, die Menschen zogen sich auf die Hügel zurück, die man zu Festungen, "Castra", ausbauen konnte. Da diese so hoch lagen, erhielten sie im 19. Jahrhundert keinen Eisenbahnanschluss. Ohne Eisenbahnanschluss siedelte sich wiederum keine Industrie an. Weil sie keine Industrie hatten, wurden sie im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert. Und heute bezaubern sich Kulturreisende an Altem.  

Buchneuerscheinungen

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  • Olympe de Gouges 

    Die Rechte der Frau

    dtv bibliothek
    Aus dem Französischen von Gisela Bock
    160 Seiten
    EUR 16,00 €

    ISBN 978-3-423-28982-5

  • Jan Jacobs Mulder  

    Joseph. Der schwarze Mozart

    Roman
    Aus dem Niederländischen von Ulrich Faure
    Unionsverlag
    320 Seiten
    € 22, 00

    ISBN-13: 978-3-293-00535-8
    ISBN-10: 3-293-00535-7

     

     

  • Arnold Esch  

    Historische Landschaften Italiens: Wanderungen zwischen Venedig und Syrakus

    Ch. Beck Verlag
    268 Seiten
    € 29,95

    ISBN 978-3-406-72565-4

  • Turit Fröbe  

    Die Kunst der Bausünde

    Quadriga Verlag
    180 Seiten
    € 16,99

    ISBN 978-3-86995-053-2

Sendung

Historische Zeichnung, 19. Jahrhundert, Revolte in einer fränkischen Stadt im 12. Jahrhundert (Bild: imago)

Geschichte

Anhand von Reportagen, Gesprächen und Debatten widmet sich das Magazin dem Spannungsfeld zwischen gestern und heute. "Geschichte" sucht nach dem Wirken von Strukturen, Institutionen und Weltanschauungen, will Vergangenes sinnlich erfahrbar machen und Denkanstöße geben. Außerdem: Veranstaltungs- und Lesetipps.