Pressefreiheit - Zeig Flagge
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- Die Corona-Krise: Ein Stresstest für die Pressefreiheit

In der Berichterstattung dreht sich derzeit fast alles um Corona, andere Themen werden in den Hintergrund gedrängt. So auch die Pressearbeit und -rechte. Anlässlich des Tages der Pressefreiheit diskutiert Dietmar Ringel mit seinen Gästen über die Frage: Ist Corona eine Gefahr für die Pressefreiheit?

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg fordert, dass die strengen Auflagen in der Corona-Krise regelmäßig hinterfragt werden.

Unsere Demokratie brauche die Debatte darüber wie die "Luft zum Atmen", sagte Teuteberg am Sonntag im Inforadio vom rbb.

Zur Zeit seien Grundrechte, wie die Versammlungsfreiheit, aus guten Gründen eingeschränkt; denn es gehe darum, die Gesundheit und das Leben von Menschen zu schützen.

Allerdings müsse der Staat sein Vorgehen immer wieder begründen. Er müsse darlegen, warum er die Grundrechte einschränke, und nicht etwa die Bürger, warum sie ihre Grundrechte wahrnehmen wollten, so Teuteberg.

Wörtlich sagte Teuteberg: "Wichtig ist, das Bewusstsein dafür zu behalten, trotz dieser großen Gefahr, wo viel zu tun ist für Gesundheit- und Lebensschutz, dass alles auch hinterfragbar sein muss und begründet werden muss in der Demokratie, gerade wenn Grundrechte, wie die Versammlungsfreiheit aus guten Gründen im Moment eingeschränkt sind, man sich zum Beispiel physisch nicht versammeln kann, dann braucht unsere Demokratie trotzdem die Debatte wie die Luft zum Atmen, und dann müssen wir das in Wort und Schrift umso mehr tun."

Teuteberg hat sich im "Inforadio-Forum" geäußert, bei dem zum internationalen Tag der Pressefreiheit an diesem Sonntag über Grundrechte, wie die Meinungs- und Pressefreiheit, zu Corona-Zeiten diskutiert wird.

Das Inforadio-Forum zum Tag der Pressefreiheit

Die Corona-Pandemie hinterlässt in allen Bereichen der Gesellschaft ihre Spuren - auch bei den Medien. Einerseits zeigt sich, dass viele Menschen gerade in Krisenzeiten zuverlässige Informationen schätzen. Andererseits dreht sich in den Medien derzeit fast alles um Corona. Andere Themen, auch gesellschaftskritische, haben kaum eine Chance.

Hinzu kommt, dass zahlreiche Grundrechte eingeschränkt sind. So sind Versammlungen und Gottesdienste verboten und werden auf absehbare Zeit nur in sehr kleinem Rahmen stattfinden. Umso wichtiger ist es, dass die Medien arbeitsfähig bleiben und die Meinungs- und Pressfreiheit nicht angetastet wird.

Aber geht das überhaupt, wo viele Redaktionen ausgedünnt sind, Journalisten im Home-Office arbeiten, Recherchen wegen der Kontaktsperren nur schwer möglich sind? Welche Rolle spielt die Presse in diesen ungewöhnlichen Zeiten? Können Journalisten tatsächlich frei und ungehindert arbeiten? Oder muss sich auch die Pressefreiheit dem viel zitierten Grundsatz unterordnen: Jetzt geht es vor allem um die Rettung von Menschenleben!?

Darüber diskutiert Dietmar Ringel mit seinen Gästen aus Anlass des internationalen Tags der Pressefreiheit am 3.Mai.

 

Dietmar Ringels Gäste

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