ARCHIV, 26.112.2012: Sternenhimmel über Berlin (Bild: imago images/STPP)
imago images/STPP
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- Die Kultur der Dunkelheit

"Berlin im Licht", so jubelten die Großstädter schon in den 1920er Jahren. Doch was geschieht mit Natur und menschlicher Psyche, wenn es nicht mehr richtig dunkel wird? Nur Licht, keine Schatten? Darüber spricht Harald Asel mit seinen Gästen im ZEISS-Großplanetarium.

Die Betrachtung des Sternhimmels gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Nur: Wo herrscht in unserer Region heute noch so viel Dunkelheit, dass wir dies sinnlich erfahren können? In den Debatten über Umweltschutz spielt die Aufhellung des Nachthimmels bislang noch eine geringe Rolle. Dabei hat sich das Leben auf der Erde in Jahrmillionen an den Rhythmus von Helligkeit und Dunkelheit angepasst.

Tagaktive Tiere, auch die Menschen, brauchen Dunkelheit zum Regenerieren. Nachtaktiven Tieren dient sie der Nahrungssuche und Fortpflanzung. Pflanzen benötigen den Rhythmus für die Photosynthese.

Die Finsternis hat ihren Schrecken verloren, seit der Mensch künstliches Licht in die Welt getragen hat. Eine Fülle individueller Freiheiten und gesellschaftlicher Dynamiken ist entstanden. Doch muss deshalb alles in einem endlosen 24-Stunden-Tag erleuchtet werden?

Inforadio, das ZEISS-Großplanetarium und der Deutsche Kulturrat fragen:

 

Welche Veränderungen lassen sich in den letzten Jahren wissenschaftlich feststellen? Worin liegt die besondere Kraft der Dunkelheit, die Kunst und Kultur von jeher fasziniert hat? Welche kulturellen Veränderungen gibt es, wenn die Dunkelheit verschwindet? Warum brauchen wir eine neue Kultur der Dunkelheit?

Auf dem Podium

 

Dr. Andreas Hänel
Sprecher der Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternfreunde e.V., Osnabrück

Dr. Sibylle Schroer
wiss. Koordinatorin im Projekt "Verlust der Nacht" beim Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

Sabrina Hölzer
Dramaturgin, Regisseurin, Berlin

Moderation: Harald Asel

Eine Veranstaltung vom ZEISS-Großplanetarium, dem Deutschen Kulturrat und Inforadio fand im  Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin am 8. Dezember 2019 statt.