Grenzkontrollen am Brenner im Juli 2018
imago/Daniel Liebl
Bild: imago/Daniel Liebl

- Grenzen in Europa

Vor drei Jahrzehnten, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, hatten viele eine Vision: Die Grenzen in Europa und darüber hinaus werden immer durchlässiger. Doch inzwischen wächst das Bedürfnis nach neuen Abgrenzungen, auch zwischen den Staaten der EU. Welche Folgen hat das nicht nur für die aktuelle Migrationspolitik, sondern auch für das Selbstverständnis der europäischen Gesellschaften? Darüber diskutiert Harald Asel mit seinen Gästen.

"Grenzen auf" oder "Grenzen zu"? So plakativ schien sich vor kurzem die Debatte um Fragen der Migration auf eine scheinbare Alternative zuzubewegen. In der Realität geht es derzeit eher um die Frage, welcher Grad der Durchlässigkeit gewünscht ist. Im Streit um eine gemeinsame EU-Flüchtlingspolitik muss nach dem Verhältnis zwischen Grenzregimen, Souveränität und Menschenrechten gefragt werden.

Aber können abgedichtete Grenzen überhaupt die weltweite Migration regulieren? Ist die Forderung nach Abgrenzung eine Reaktion auf die Erfahrung der Zuwanderung? Oder entspringt sie tiefergehenden Überlegungen? Wird damit auch auf gesellschaftliche Unsicherheiten und Spannungen reagiert und diese instrumentalisiert? Was geschieht mit unserer Gesellschaft in Deutschland und Europa, wenn Abgrenzung nach außen und damit einhergehender Ausgrenzung nachgegeben wird? Darüber diskutiert Harald Asel mit folgenden Gästen:

Dr. Ulrike Jureit
Hamburger Institut für Sozialforschung

Gerald Knaus
Vorsitzender der Europäischen Stabilitätsinitiative

Prof. Dr. Regina Römhild
HU Berlin, Institut für Europäische Ethnologie

Das Podiumsgespräch wurde am 29. November 2018 im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße aufgezeichnet.

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

Das Forum

Im Forum begegnen sich jede Woche hochrangige Gesprächspartner aus allen Bereichen des modernen Lebens. Aktuelle politische, kulturelle und religiöse Ereignisse in Deutschland und der Welt sind Gegenstand der Debatten.